Die Almonty-Aktie legt heute um 4,5 Prozent zu und notiert bei 15,76 Euro. Ein konkreter Unternehmensanlass lässt sich für den heutigen Anstieg nicht ausmachen – stattdessen treibt die anhaltende Wolfram-Knappheit den Kurs des kanadischen Bergbauunternehmens weiter an.
Wolframpreise auf Rekordniveau
Der Rohstoffmarkt für Wolfram bleibt angespannt. Nach Medienberichten sind die Preise für den Industriemetall zwischen Januar und Juli auf das Vierfache gestiegen: Der APT-CIF-Benchmarkpreis kletterte von rund 83 US-Dollar je Kilogramm Wolframoxid auf 340 US-Dollar.
Ausgedünnte Lagerbestände, chinesische Exportbeschränkungen und ein absehbar begrenztes Angebot an neuen Förderkapazitäten sorgen dafür, dass sich diese Situation nach Einschätzung von Marktbeobachtern bis weit in das laufende Jahr hinein fortsetzen dürfte.
Für Almonty ist das von zentraler Bedeutung. Das Unternehmen zählt zu den wenigen Anbietern außerhalb Chinas, die in nennenswertem Umfang Wolfram fördern und aufbereiten – eine Position, die angesichts der westlichen Bemühungen um unabhängige Rohstoffketten für kritische Metalle zunehmend an Gewicht gewinnt.
Rückenwind aus mehreren Richtungen
Der Kursverlauf der vergangenen Monate spiegelt diese Gemengelage wider. Seit Jahresanfang hat sich die Aktie nahezu verdoppelt, auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 301 Prozent zu Buche. Zugleich notiert das Papier noch rund 24 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das Mitte April erreicht wurde – Luft nach oben bleibt demnach vorhanden, sollte sich das operative Bild weiter aufhellen.
Neben dem Rohstoffumfeld hatten in den vergangenen Wochen mehrere unternehmensspezifische Ereignisse für Auftrieb gesorgt: das im August beschlossene Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar, der deutlich erweiterte langfristige Abnahmevertrag für das Sangdong-Projekt sowie die Aufnahme der Coverage durch Jefferies mit einer Kaufempfehlung. Diese Themen sind mittlerweile im Kurs verarbeitet, prägen aber weiterhin das positive Sentiment rund um den Titel.
Strukturelle Veränderungen im Hintergrund
Parallel zur operativen Entwicklung hat sich auch das Listing-Umfeld von Almonty verändert. Die Aktie wurde von der Toronto Stock Exchange sowie zuletzt von der australischen Börse ASX gestrichen, handelt aber weiterhin an der Nasdaq und in Frankfurt.
Im Juni war das Unternehmen zudem in die US-Indizes Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen worden – ein Schritt, der die Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren erhöht und mittelfristig zusätzliche Nachfrage nach der Aktie erzeugen kann.
Operativ hatte Almonty im zweiten Quartal einen Umsatzsprung von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 43,0 Millionen US-Dollar gemeldet, begleitet von einem Wechsel vom operativen Verlust zu einem Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft von 26,1 Millionen US-Dollar. Diese Zahlen liegen zwar bereits einige Wochen zurück, bilden aber weiterhin die fundamentale Grundlage für die Bewertung, auf der die aktuelle Kursstärke aufsetzt.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus strukturell hohen Wolframpreisen, einer zunehmend westlich orientierten Lieferkettenstrategie und der verbesserten Indexpräsenz das entscheidende Motiv hinter der Kursentwicklung – ein Muster, das sich auch am heutigen Handelstag fortsetzt, ohne dass ein einzelnes neues Ereignis dafür verantwortlich wäre.
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