Almonty Industries hat ein neues Rückkaufprogramm auf den Weg gebracht: Der Verwaltungsrat genehmigte am 24. August den Erwerb von bis zu 14,4 Millionen eigenen Aktien, das entspricht rund fünf Prozent der ausstehenden Anteile. Das Volumen ist auf bis zu 300 Millionen US-Dollar begrenzt und läuft über drei Jahre bis August 2029.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Erst wenige Tage zuvor hatte Almonty Shelf-Registrierungen für eine mögliche Ausgabe neuer Aktien im Volumen von umgerechnet rund 246,79 Millionen US-Dollar eingereicht, teilweise mit Bezug zu Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen.
Rückkauf und potenzielle Kapitalerhöhung laufen damit parallel – ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen finanziell deutlich mehr Spielraum hat als noch vor einem Jahr, diesen aber flexibel für unterschiedliche Zwecke nutzen will.
Solide Kapitalbasis nach starkem Quartal
Die finanzielle Basis für das Rückkaufprogramm legte Almonty mit den Zahlen zum zweiten Quartal, die vor gut drei Wochen vorgelegt wurden. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, angetrieben von einem durchschnittlichen europäischen APT-Preis von rund 3.075 US-Dollar je MTU gegenüber 453 US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Bruttomarge im Bergbaugeschäft lag bei 60,7 Prozent.
Zum Rückkauf trägt vor allem die Liquiditätslage bei: Ende Juni verfügte Almonty über eine Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar. Möglich wurde das unter anderem durch die im Juni abgeschlossene, überzeichnete Emission von Wandelanleihen mit 2,25 Prozent Kupon und Fälligkeit 2031, die brutto 800 Millionen US-Dollar einbrachte – inklusive vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption der Konsortialbanken.
Operatives Geschäft nimmt Fahrt auf
Hinter den Zahlen steht ein operativer Wandel: Die Sangdong-Mine hat im Juni begonnen, gelagertes Roherz über die neu in Betrieb genommene Verarbeitungsanlage zu verarbeiten und verkaufsfähiges Wolframkonzentrat zu produzieren. Almonty vollzieht damit den Übergang von der Entwicklungs- in die Produktionsphase mit laufenden Erlösen.
Flankiert wird das operative Momentum durch eine im Juli unterzeichnete Vertragserweiterung mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der Plansee-Gruppe: Die Laufzeit des Abnahmevertrags wurde um sechs Jahre verlängert, die kontrahierten Mengen um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen für alle Volumina um rund 6,3 Prozent verbessert.
Kursreaktion und Ausblick
An der Börse zeigte sich am Freitag zunächst Konsolidierung: Die Aktie schloss bei 15,57 Euro, ein Minus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 63 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs nahezu verdoppelt.
Der aktuelle Kurs liegt weiterhin rund 18 Prozent über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 13,24 Euro – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer den mittelfristigen Aufwärtstrend bislang nicht bricht.
Für Anleger bleibt die Kombination aus Rückkaufprogramm, hoher Liquidität und anlaufender Produktion das zentrale Argument: Almonty signalisiert mit dem Aktienrückkauf Vertrauen in die eigene Bewertung, während gleichzeitig die operative Basis über Sangdong und die erweiterten Lieferverträge mit Global Tungsten & Powders zusätzliche Planungssicherheit schafft.
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