Die US-Regierung hat ein Exportverbot für Wolfram-Schrott und Batterieabfälle in Kraft gesetzt. Das Handelsministerium begründet den Schritt mit der Sicherung strategischer heimischer Versorgung – nachdem chinesische Exportkontrollen zuvor einen Preissprung von 800 Prozent für Wolfram in Rotterdam ausgelöst hatten.
Für Almonty, einen der wenigen nicht-chinesischen Wolframproduzenten, ist das ein weiteres Signal aus Washington, das die eigene Marktstellung untermauert.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Bereits ab dem 1. Januar 2027 greift eine Vorgabe des US-Verteidigungsministeriums, wonach Wolfram künftig aus nicht-chinesischen Quellen bezogen werden muss. Almontys Sangdong-Mine in Südkorea rückt damit in den Fokus als einer der wichtigsten westlichen Lieferanten.
Das Exportverbot für Schrott und Batterieabfälle fügt sich in diese Linie ein: Washington baut systematisch an einer Lieferkette vorbei an China, und Almonty sitzt an einer der wenigen Stellen, an denen sich diese Kette schließen lässt.
Insider-Meldungen als Randnotiz
Parallel zu den politischen Entwicklungen hat Direktor Kyungrok Kwon am Donnerstag neun regulatorische Meldungen zu Änderungen seines Aktienbesitzes eingereicht. Solche Insider-Offenlegungen sind in Kanada über das entsprechende Meldesystem Pflicht und für sich genommen keine Nachricht mit Kursrelevanz – sie zeigen aber, dass am Rande des laufenden Rückkaufprogramms weiterhin Bewegung in der Aktionärsstruktur herrscht.
Das im vergangenen Monat gestartete Rückkaufprogramm über bis zu 14,4 Millionen Aktien und ein Volumen von bis zu 300 Millionen US-Dollar läuft bis 2029. CEO Lewis Black hatte bei der Ankündigung erklärt, der aktuelle Aktienkurs spiegele den Wert der nicht-chinesischen Wolfram-Assets des Unternehmens nicht angemessen wider.
Die geopolitische Entwicklung in den USA liefert dieser Einschätzung nun zusätzliches Gewicht: Ein Markt, der durch Exportbeschränkungen auf beiden Seiten – chinesische Kontrollen und nun ein amerikanisches Schrott-Exportverbot – enger wird, dürfte die Position westlicher Produzenten strukturell stärken.
Kurs bleibt volatil, Bewertung ambitioniert
Der Kurs reagierte am Freitag mit einem Rückgang von 3,9 Prozent auf 15,57 Euro und liegt damit rund ein Viertel unter dem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro aus dem April.
Über einen längeren Zeitraum betrachtet bleibt die Bewegung jedoch außergewöhnlich: Auf Monatssicht steht ein Plus von 63 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 96 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel in der Aktie derzeit verläuft.
Diese Rally hat Ende vergangener Woche auch ein automatisiertes Bewertungsmodell auf den Plan gerufen, das die Aktie angesichts eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 70,3 gegenüber einem errechneten fairen Wert von 37,6 als überbewertet einstufte. Solche quantitativen Screening-Ergebnisse ersetzen keine fundamentale Analyse, sie spiegeln aber die Skepsis wider, die nach einem derart steilen Kursanstieg naheliegt.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Politische Rückenwind aus Washington und der bevorstehende Produktionshochlauf in Sangdong treffen auf eine Bewertung, die bereits viel Zukunft vorwegnimmt. Das Exportverbot für Wolfram-Schrott ändert daran wenig unmittelbar, festigt aber den strategischen Rahmen, in dem Almonty operiert.
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