Fast zehn Prozent Unterschied zwischen Tageshoch und Tagestief — das war am Freitag der Alltag bei Almonty Industries. Der Wolfram-Produzent bleibt damit seinem Sommer-Muster treu: extreme Schwankungen, die Anleger seit Wochen in Atem halten. Neue Zahlen zu institutionellen Investoren geben jetzt einen Hinweis darauf, warum.
SEI Investments reduziert Position deutlich
SEI Investments Co. hat seinen Anteil an Almonty im ersten Quartal um 56 Prozent gekürzt. Das geht aus einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Nach dem Verkauf hält die Gesellschaft noch 216.039 Aktien.
Der Schritt reiht sich in eine ganze Serie von Portfolio-Anpassungen institutioneller Anleger ein, die den Sommer über bekannt wurden. Der Hintergrund: Almontys Aktienkurs ist dank der Wolfram-Preisrally und dem Hochlauf der Sangdong-Mine in Südkorea kräftig gestiegen.
Aktie schwankt am Freitag heftig
Am 8. August bewegte sich die Almonty-Aktie zwischen 13,07 und 14,38 US-Dollar. Zum Handelsschluss stand der Kurs bei 14,36 US-Dollar — rund 9,9 Prozent über dem Tagestief.
Diese Bandbreite ist kein Ausreißer. Seit dem Nasdaq-Listing zeigt die Aktie immer wieder außergewöhnlich große Tagesbewegungen. Produktionsmeilensteine, Updates zu Abnahmeverträgen und der laufende Rückzug von mehreren Börsen treiben die Kursausschläge an.
Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei über 4,4 Milliarden kanadischen Dollar. Das Beta der Aktie übersteigt den Wert 2 deutlich — ein Zeichen dafür, wie stark der Kurs auf allgemeine Marktbewegungen reagiert.
Börsenrückzug verändert das Handelsbild
Almonty zieht sich schrittweise von mehreren Handelsplätzen zurück. Die australische Börse ASX hat dem Unternehmen die formelle Genehmigung zur Streichung aus der offiziellen Notierungsliste erteilt, gemäß Listing Rule 17.11. Zuvor hatte Almonty bereits die Notierung an der Toronto Stock Exchange beendet — mit Wirkung zum Handelsschluss am 31. Juli 2026.
Der Rückzug von der ASX soll am 1. September 2026 erfolgen. Die dortigen CHESS-Hinterlegungsscheine werden bereits zum Handelsschluss am 28. August 2026 ausgesetzt. Danach handelt Almonty seine Aktien nur noch an der Nasdaq und der Frankfurter Börse.
Als Grund nennt das Unternehmen die im Vergleich zur Nasdaq niedrigen und weiter sinkenden Handelsvolumina an der ASX. Almonty betreibt neben der Sangdong-Mine in Südkorea auch Anlagen in Portugal. Der Rückzug bündelt die Liquidität künftig auf nordamerikanische und europäische Handelsplätze.
Quartalszahlen rücken näher
Anleger positionieren sich bereits für den nächsten Quartalsbericht. Finanzkalender-Dienste erwarten die Veröffentlichung für Mitte August, ein offizielles Datum hat Almonty bislang nicht bestätigt.
Der Bericht dürfte besondere Aufmerksamkeit bekommen. Grund sind der Start der Verarbeitungstätigkeit in Sangdong und ein erweiterter Abnahmevertrag, der die geplanten Vertragsumsätze spürbar angehoben hat.
Die Kombination aus Börsenrückzug, institutionellen Positionswechseln und dem anstehenden Quartalsbericht dürfte die Schwankungsbreite der Aktie in den kommenden Wochen hochhalten. Wie stark sich der Wolfram-Preis und der Fortschritt in Sangdong dabei auf den Kurs auswirken, zeigt sich spätestens mit den nächsten Zahlen.
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