Ein Bergbauunternehmen wird zum Produzenten. Für Almonty Industries markiert dieser Wechsel einen Wendepunkt, und die Börse reagiert prompt: Am Freitag schoss die Aktie um 12,40 Prozent auf 23,38 kanadische Dollar nach oben.
Der Auslöser sitzt tief in Südkorea. Die Sangdong-Mine des Konzerns wechselt zum 1. Juli 2026 von der Entwicklungsphase in den aktiven Verarbeitungsbetrieb. Damit verkauft Almonty erstmals Wolframkonzentrat statt nur Erz zu fördern.
Sangdong liefert erste Erlöse
Die erste Produktionsphase verarbeitet rund 139.700 Tonnen bereits gelagertes Erz. Beim aktuellen Wolframpreis ergibt das einen geschätzten Bruttowert von etwa 68 Millionen US-Dollar. Für Almonty ist das der entscheidende Schritt hin zu einem verlässlichen Produzenten von Wolframkonzentrat.
Der Zeitpunkt passt: Wolframpreise notieren auf Rekordniveau. Gleichzeitig wächst der geopolitische Druck, Lieferketten für kritische Rohstoffe unabhängiger von China zu gestalten.
Analysten und Indexanbieter ziehen nach
Die Investmentbank DA Davidson erhöhte am Freitag ihr Kursziel für Almonty von 25 auf 33 US-Dollar. Das „Buy“-Rating blieb bestehen. Als Gründe nannte die Bank die Fortschritte bei Sangdong, mögliche Unterstützung durch die US-Regierung, eine solide Bilanz sowie die anhaltend hohen Wolframpreise.
Am 29. Juni 2026 kam ein weiterer Baustein hinzu: Almonty wird in den Russell 1000 und den breiter gefassten Russell 3000 Index aufgenommen. Die Aufnahme trat mit Handelsbeginn an den US-Börsen in Kraft. Damit zählt der Konzern nach Marktkapitalisierung nun zu den größeren börsennotierten Unternehmen in den USA.
Almonty positioniert sich als westlich ausgerichteter Ankerlieferant für Wolfram außerhalb Chinas. Diese Rolle gewinnt an Gewicht, je stärker die USA und ihre Verbündeten auf sichere Lieferketten bei kritischen Mineralien setzen.
Bilanz gibt Spielraum
Finanziell steht der Konzern breit aufgestellt da. Die Kasse enthält rund 260 Millionen US-Dollar, das Current Ratio liegt bei etwa 2,5. Diese Liquidität verschafft Almonty Zeit, seine Bergbauprojekte weiter auszubauen.
Der Kurssprung vom Freitag reiht sich in eine bemerkenswerte Rally ein. Binnen zwölf Monaten hat sich der Aktienkurs mehr als verdreifacht, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 94,35 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar aus dem April bleibt die Aktie dennoch fast 30 Prozent entfernt — Raum für Volatilität bleibt, wie die annualisierte Schwankungsbreite von rund 97 Prozent zeigt.
Mit dem Produktionsstart bei Sangdong verlässt Almonty die reine Entwicklungsphase. Ob sich die aktuellen Rekordpreise für Wolfram halten, entscheidet mit darüber, wie schnell sich die operative Wende auch in nachhaltigen Cashflows niederschlägt.
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