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Almonty Aktie: Sangdong-Mine startet Wolframproduktion

Almonty vollzieht den Börsenrückzug in Australien, während Sangdong die Verarbeitung aufnimmt und Quartalsumsatz sowie Finanzierung deutlich wachsen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Australisches Delisting zum 1. September
  • Sangdong verarbeitet erstmals Erzhalden
  • Quartalsumsatz steigt auf 43,0 Millionen CAD
  • Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar

Almonty Industries zieht sich von der australischen Börse zurück. Der Handel mit den CHESS Depositary Interests des Unternehmens wurde gestern zum Handelsschluss ausgesetzt, um das freiwillige Delisting von der Australian Securities Exchange vorzubereiten.

Wirksam wird der Rückzug zum 1. September. Für Anleger in Australien bedeutet das den endgültigen Bruch mit einer Notierung, die angesichts der operativen Entwicklung des Unternehmens zunehmend an Bedeutung verloren hatte.

Der eigentliche Treiber der Aktie liegt längst woanders: im Hochlauf der Sangdong-Mine in Südkorea. Dort hat Almonty im Sommer den Übergang von der Bauphase zur Verarbeitung von Erzhalden vollzogen und inzwischen den Durchsatz der Aufbereitungsanlage gestartet, sodass verkaufsfähiges Wolframkonzentrat entsteht.

Der Kurs hat darauf mit einem Plus von 3,1 Prozent reagiert. Für ein Unternehmen, das sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat, ist das ein weiterer Baustein einer Neubewertung, die sich seit Monaten fortsetzt.

Zahlen belegen den Wandel vom Entwickler zum Produzenten

Wie stark sich das operative Bild gewandelt hat, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. Für das zweite Quartal 2026 meldete Almonty einen Umsatzsprung um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Nettogewinn erreichte 181,8 Millionen kanadische Dollar, getrieben vor allem durch eine nicht zahlungswirksame Neubewertung von Derivaten in Höhe von 173,1 Millionen kanadische Dollar. Die Zahl ist damit weniger ein Beleg für operative Profitabilität als für die veränderte Bilanzstruktur im Zuge der Finanzierungsrunden.

Finanziert wurde der Ausbau unter anderem über eine überzeichnete Wandelanleihe im Volumen von 800 Millionen US-Dollar, mit der Almonty den Übergang vom Entwickler zum Produzenten sowie den Ausbau nachgelagerter Verarbeitungskapazitäten stemmt.

Ergänzt wird das durch ein Aktienrückkaufprogramm, das seit der Ankündigung Mitte August um 2,9 Prozent zugelegt hat: Der Vorstand genehmigte den Rückkauf von bis zu 14,4 Millionen Stammaktien, rund fünf Prozent der ausstehenden Anteile, für bis zu 300 Millionen US-Dollar bis August 2029.

Strategische Rolle als westlicher Wolframlieferant

Almonty positioniert sich zunehmend als einer der wenigen westlich orientierten Wolframlieferanten für Verteidigungs- und Industriekunden, während chinesische Exportbeschränkungen die globale Versorgung verknappen. Zusätzlich rückt die Sangdong-Mine als nicht-chinesische Quelle für Wolframhexafluorid in den Fokus, ein Gas, das für die Halbleiterfertigung benötigt wird und dessen Nachfrage durch den KI-Boom steigt.

Der Analyst H. Diamond von Diamond Equity senkte Mitte August seine Gewinnschätzung je Aktie für 2026 auf 0,39 US-Dollar von zuvor 0,55 US-Dollar, beließ das Kursziel jedoch bei 27,00 US-Dollar und die Einstufung bei „Kaufen“. Regulatorische Offenlegungen zeigten zudem, dass in den vergangenen zwölf Monaten keine Insidertransaktionen stattfanden – ein Hinweis darauf, dass das Management trotz der massiven Kursrally keine Gewinne mitgenommen hat.

Die Aktie notierte zuletzt bei 16,13 Euro und liegt damit rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das im April erreicht wurde. Zugleich trennen sie noch immer 372 Prozent vom Jahrestief bei 3,42 Euro im September vergangenen Jahres. Diese Spanne verdeutlicht, wie stark der Markt die operative Wende in Sangdong bereits eingepreist hat – und wie viel nun von der reibungslosen Fortsetzung der Produktion abhängt.

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Diskussion zu Almonty

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.