Während die meisten Rohstoffunternehmen über Lieferkettenprobleme klagen, ist Almonty Industries gerade dabei, genau davon zu profitieren. Der kanadisch-amerikanische Wolframproduzent hat mit Jorge Beristain ab dem 1. Juni 2026 einen neuen Finanzchef berufen — und der Zeitpunkt ist kaum zufällig gewählt.
Chinas Exportbeschränkungen als Katalysator
China kontrolliert rund 80 Prozent der globalen Wolframproduktion. Seit vergangenem Jahr verschärft Peking die Exportrestriktionen schrittweise: Ende 2025 begrenzte China die Wolframausfuhren für 2026 und 2027 auf gerade einmal 15 zugelassene Unternehmen und kürzte gleichzeitig die Förderquoten. Die Folge ist ein drastischer Preisanstieg bei dem Metall, das in Hartmetallwerkzeugen, Rüstungssystemen und Halbleitern unverzichtbar ist.
Die westliche Welt reagiert. Die EU hat Wolfram in ihre Liste kritischer Mineralien für den ersten koordinierten Gemeinschaftsspeicher aufgenommen. Die USA gehen noch weiter: Ab 2028 sollen Rüstungsbeschaffungen zwingend auf Wolfram aus Nicht-China-Quellen umgestellt werden.
Sangdong als Herzstück der Strategie
Almonty hat sich früh auf diese Entwicklung positioniert. Im März 2026 schloss das Unternehmen die erste Inbetriebnahmephase seiner Sangdong-Wolframmine in Südkorea ab — die Rückkehr zu einem Betrieb nach mehr als 30 Jahren Pause. Die Mine gilt historisch als eine der größten und erzreichsten Wolframlagerstätten der Welt. Phase 1 ist auf eine Verarbeitungskapazität von rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr ausgelegt, was etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat jährlich ergibt.
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Im April 2026 verlegte Almonty seinen Firmensitz von Toronto nach Dillon, Montana — direkt in die Nähe des Gentung-Wolframprojekts, eines der am weitesten entwickelten unerschlossenen Wolfram-Assets der USA. Eine Produktion dort könnte noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Weitere Betriebe in Portugal und Spanien runden das Portfolio ab.
Kursrally mit Momentum
Der Markt hat die Neuausrichtung längst eingepreist. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um rund 136 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar mehr als verfünffacht. Mit einem RSI von über 90 und einer annualisierten Volatilität von mehr als 80 Prozent ist die Aktie technisch deutlich überkauft — vom 52-Wochen-Hoch bei 32,07 CAD trennen sie aktuell knapp zwölf Prozent.
Beristains Aufgabe als neuer CFO wird es sein, das Wachstumstempo finanziell zu untermauern: Die Kapitalstruktur für den Hochlauf in Sangdong und den möglichen Produktionsstart in Montana muss sitzen, bevor die US-Beschaffungsregeln 2028 in Kraft treten.
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