Almonty hat heute den Rückzug von der australischen Börse ASX vollzogen. Das Unternehmen hatte den Schritt mit den niedrigen und rückläufigen Handelsvolumen an der ASX begründet, verglichen mit den Hauptlistings an der Nasdaq und der Toronto Stock Exchange. Der Wolframförderer konzentriert sich damit auf seine beiden zentralen Handelsplätze.
Der Rückzug fällt in eine Phase, in der sich das operative Geschäft von Almonty deutlich beschleunigt. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar.
Das Ergebnis aus dem Bergbaugeschäft erreichte 26,1 Millionen kanadische Dollar, das bereinigte EBITDA lag bei 17,6 Millionen kanadische Dollar – eine Verbesserung von mehr als 22 Millionen kanadischen Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal.
Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar, nach einem Verlust von 58,2 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal. Ein Großteil davon, 173,1 Millionen kanadische Dollar, entfiel allerdings auf nicht zahlungswirksame Neubewertungsgewinne aus Derivaten und Warrants.
Treiber dieser Entwicklung ist die Sangdong-Mine in Südkorea. Almonty hat dort im Juni die Verarbeitungsanlage in Betrieb genommen und beginnt seither, gelagertes Roherz zu verarbeiten.
Zum Ende des ersten Quartals lagen rund 120.000 Tonnen mit einem Gehalt von 0,24 Prozent Wolframtrioxid auf Halde, im zweiten Quartal kamen weitere rund 19.700 Tonnen mit 0,35 Prozent hinzu. Insgesamt verfügt das Unternehmen damit über etwa 139.700 Tonnen Erz mit einem gemischten Gehalt von rund 0,25 Prozent.
Bilanz massiv gestärkt
Die finanzielle Basis des Unternehmens hat sich parallel deutlich verändert. Almonty schloss im Juni eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar mit einem Kupon von 2,25 Prozent und Fälligkeit 2031 ab.
Die liquiden Mittel kletterten dadurch von 268,4 Millionen kanadischen Dollar zum Jahresende 2025 auf 1,23 Milliarden kanadische Dollar zum 30. Juni 2026. Damit verfügt das Unternehmen über einen erheblichen Puffer, um den weiteren Ausbau von Sangdong zu finanzieren, ohne kurzfristig auf zusätzliches Fremdkapital angewiesen zu sein.
Ergänzend hat sich das Unternehmen personell und im Index-Umfeld neu aufgestellt: Jorge Beristain trat zum 1. Juni als Chief Financial Officer an, Ende Juni nahm Almonty in den Russell 1000 und den Russell 3000 auf. Zudem verlegte das Unternehmen seinen Firmensitz von Toronto ins US-amerikanische Dillon, Montana.
Kurs unter dem jüngsten Hoch
An der Börse spiegelt sich die operative Wende in einer kräftigen Kursentwicklung wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 90 Prozent zugelegt. Zum Handelsschluss am Dienstag notierte das Papier bei 15,07 Euro und damit etwa 27 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das im April erreicht wurde.
Ein bereits vor rund zwei Wochen beschlossenes Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar sowie der Mitte Juli verlängerte und ausgeweitete Liefervertrag mit Global Tungsten & Powders hatten den Kurs in den vergangenen Wochen bereits gestützt.
Für die Bewertung des weiteren Kurspotenzials bleibt der Fortschritt bei Sangdong entscheidend. Mit dem Hochlauf der Verarbeitungsanlage und der gestärkten Kapitaldecke hat Almonty die operativen Voraussetzungen geschaffen, um die eingelagerten Erzmengen in nachhaltige Umsätze umzuwandeln – der ASX-Rückzug markiert dabei vor allem eine organisatorische Straffung, keine strategische Kehrtwende.
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