Almonty Industries treibt den Rückbau seiner Aktienzahl voran. Das im Wolframgeschäft aktive Unternehmen bereitet den Start seines im August angekündigten Aktienrückkaufprogramms vor, das ab dem 24. August greift.
Bis zu 14,4 Millionen Aktien, rund fünf Prozent des ausstehenden Kapitals, sollen bis August 2029 für insgesamt bis zu 300 Millionen US-Dollar zurückgekauft werden. Die Ankündigung hatte den Kurs zwischen dem 17. und 19. August bereits um 17,4 Prozent nach oben getrieben.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial
Die Rückkaufpläne fallen in eine Phase, in der auch Analysten ihre Einschätzung zu Almonty anpassen. GBC AG hat am Donnerstag ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 30,00 US-Dollar ausgegeben und begründet dies mit der erfolgreichen Entschärfung operativer Risiken beim Sangdong-Projekt sowie einem unterstützenden globalen Wolframmarkt.
Gegenläufig bewegt sich die Gewinnschätzung von Diamond Equity, die das Institut am Mittwoch für das Geschäftsjahr 2026 von 0,39 auf zuvor 0,55 US-Dollar je Aktie senkte – damit liegt die Prognose unter dem Marktkonsens von 0,48 US-Dollar. Die divergierenden Einschätzungen spiegeln die Unsicherheit wider, wie schnell sich die operative Verbesserung in belastbaren Gewinnen niederschlägt.
Solide Kapitalbasis als Rückgrat
Die finanzielle Ausstattung des Unternehmens gibt dem Rückkaufprogramm Rückhalt. Zum 30. Juni verfügte Almonty über liquide Mittel und kurzfristige Anlagen von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar, größtenteils aus der im Juni abgeschlossenen Emission von Wandelanleihen über 800 Millionen US-Dollar.
Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 43,0 Millionen US-Dollar, ein Plus von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sowie ein bereinigtes EBITDA von 17,6 Millionen US-Dollar nach einem Verlust von 4,8 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn belief sich auf 181,8 Millionen US-Dollar.
Diese Kombination aus Cash-Polster und operativer Wende erlaubt es dem Vorstand, Kapital an Aktionäre zurückzugeben, ohne die Wachstumsfinanzierung zu gefährden.
Ergänzend meldete das Unternehmen zum Ende des zweiten Quartals einen aufgebauten Erzvorrat von 139.700 Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,25 Prozent WO₃, dem ein geschätzter Bruttowert von 68 Millionen US-Dollar zugeschrieben wird – ein Polster, das die künftige Verarbeitungskapazität am Sangdong-Standort in Südkorea unterfüttert.
Marktumfeld bleibt günstig
Der langfristige Rahmen für Almonty bleibt gestützt durch die im Juli verlängerte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders LLC, die um sechs Jahre verlängert wurde, das Volumen um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent verbessert hat. Zusätzliches Gewicht erhielt der Titel Ende Juni durch die Aufnahme in den Russell 1000 und den Russell 3000 Index im Rahmen der jährlichen Indexanpassung.
Weitere Bewegung am Kapitalmarkt kam von Bewertungsagenturen: StockInvest.us stufte Almonty am 17. August auf „Strong Buy Candidate“ hoch, während Weiss Ratings die Aktie bereits am 12. August von „Sell (D-)“ auf „Hold (C-)“ anhob – beide Einstufungen basieren auf automatisierten Bewertungsmodellen und liefern allenfalls ergänzende Signale zum fundamentalen Bild.
In der Gesamtschau zeigt sich: Almonty nutzt die durch die Anleiheemission und den operativen Turnaround gewonnene finanzielle Stärke, um über den Rückkauf Vertrauen in die eigene Bewertung zu signalisieren – ein Schritt, der von Analystenseite überwiegend positiv aufgenommen wird, auch wenn die Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr auseinandergehen.
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