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Almonty Aktie: Neuer Liefervertrag sichert künftige Erlöse

Almonty gewinnt Sandvik-Tochter als Abnehmer für Los Santos und vereinbart 1.720 Tonnen Wolframtrioxid sowie 3,0 Millionen US-Dollar Vorauszahlung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie gewinnt 2,4 Prozent
  • Sandvik-Tochter sichert Wolframabnahme
  • Mindestmenge von 1.720 Tonnen
  • Bedingte Vorauszahlung über 3,0 Millionen Dollar

Der Kurs von Almonty legte heute um 2,4 Prozent auf 12,60 Euro zu. Auslöser für das Kaufinteresse ist ein neuer Abnahmevertrag, den das Bergbauunternehmen gestern für die Los-Santos-Mine im Westen Spaniens bekannt gab.

Die Vereinbarung mit der Wolfram Bergbau und Hütten AG, einer Tochtergesellschaft des schwedischen Sandvik-Konzerns, ist als verbindlicher Take-or-Pay-Vertrag ausgestaltet. Sie regelt die Wiederaufbereitung der bestehenden Halden vor Ort und umfasst ein Mindestvolumen von rund 1.720 Tonnen enthaltenem Wolframtrioxid.

Neben dem garantierten Absatz beinhaltet die Vereinbarung zudem eine an Bedingungen geknüpfte Vorabzahlung in Höhe von 3,0 Millionen US-Dollar. Für Investoren gewinnt dieser Schritt besondere Dringlichkeit: Nach Monaten intensiver Projektentwicklung beweist Almonty damit, dass bestehende Liegenschaften ohne nennenswerte neue Minenerschließung kurzfristig wieder monetarisiert werden können.

Verlässlicher Cashflow aus historischen Haldenbeständen

Im Zentrum der anstehenden Weichenstellung steht für Marktteilnehmer vor allem eine operative Kennzahl: die tatsächliche Förder- und Verarbeitungsrate bei der Aufbereitung der Halden an der Los-Santos-Mine. Während der Abbau im Untertagebau erhebliche Vorabinvestitionen verschlingt, ermöglicht die Wiederaufbereitung von Aufbereitungsrückständen planbare Grenzkosten.

Entscheidend wird sein, zu welchem Zeitpunkt die an Bedingungen geknüpfte Zahlung von 3,0 Millionen US-Dollar vollständig zufließt und wie schnell das vertraglich fixierte Mindestvolumen von 1.720 Tonnen Wolframtrioxid verarbeitet werden kann.

Gelingt es, die vereinbarten Tonnagen zügig und mit stabiler Marge durch die Anlagen zu schleusen, erweitert dies den bilanziellen Spielraum spürbar, ohne dass dafür teures Fremdkapital aufgenommen werden muss.

Skalierung außerhalb der asiatischen Lieferketten

Im optimistischen Fall untermauert dieser Vertrag die wachsende strategische Bedeutung von Almonty als westlicher Lieferant kritischer Industriemetalle.

Die Analysten von DA Davidson bekräftigten am 15. September ihr Vertrauen in den Titel und führten ein Kursziel von 33,00 US-Dollar an. Zuvor hatte das Analysehaus Jefferies am 2. September die Beobachtung des Unternehmens mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 26,25 US-Dollar aufgenommen, gestützt auf die Positionierung in der westlichen Wolfram-Lieferkette.

Zusammen mit der Einbringung der Explorations- und Verarbeitungslizenz durch Ruanda, das am vergangenen Montag vereinbarungsgemäß einen 25-prozentigen Anteil an der dortigen Tochtergesellschaft übernahm, verfügt das Unternehmen über ein immer breiteres Fundament. Das operative Momentum speist sich zudem aus dem vor über einem Monat gemeldeten Produktionsanlauf im südkoreanischen Sangdong-Projekt.

Setzt sich dieser operative Hebel fort, können die Spanientragweite und die asiatischen Vorkommen den Konzernumsatz nachhaltig auf ein neues Niveau heben.

Technische Risiken und operative Verzögerungen

Auf der anderen Seite dürfen Anleger die verbleibenden Ausführungsrisiken nicht ausblenden. Take-or-Pay-Verträge schützen zwar gegen kurzfristige Nachfrageeinbrüche des Abnehmers, bürden dem Betreiber aber strenge Lieferpflichten auf.

Sollten bei der Aufbereitung der Halden in Spanien metallurgische Probleme auftreten, welche die geforderte Reinheit oder Ausbeute des Wolframkonzentrats mindern, drohen Strafzahlungen oder Nachverhandlungen. Zugleich bleibt Almonty stark von der Zuverlässigkeit seiner Verarbeitungsanlagen abhängig.

Scheitert die zügige Inbetriebnahme einzelner Stufen oder verzögern sich behördliche Abnahmen für künftige Vorhaben, könnten die Fixkosten die prognostizierten Margen empfindlich belasten. Auch die Einbindung staatlicher Partner in Afrika birgt politische und administrative Reibungsverluste, die im Projektalltag zu unerwarteten Kostensteigerungen führen können.

Strategische Marken bestimmen die nächste Handelsphase

Für die künftige Kursentwicklung bleibt die technische Umsetzung der neuen Verträge der maßgebliche Gradmesser. Solange Almonty die vertraglichen Abnahmemengen für Sandvik termingerecht bereitstellt und die verarbeiteten Tonnagen im Plan liegen, bleibt der Weg für eine fundamentale Neubewertung geebnet.

Kippt jedoch die operative Marge bei der Haldenaufbereitung durch unvorhergesehene Prozesskosten oder stockt der Hochlauf zusätzlicher Kapazitäten, dürfte der Verkaufsdruck erneut zunehmen.

Mit Blick auf das 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, von dem die Aktie noch 39 Prozent entfernt notiert, ist die Erwartungshaltung des Marktes klar abgesteckt: Anleger warten nun auf die kommenden Quartalsberichte, die erstmals die finanziellen Beiträge aus der Los-Santos-Vereinbarung und dem Ausbau der Liegenschaften widerspiegeln müssen.

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