Almonty Industries zieht sich von der australischen Börse zurück. Die ASX hat dem freiwilligen Delisting formal zugestimmt. Damit endet eine Phase, in der der Wolfram-Produzent seine Notierungen über vier Kontinente verteilt hatte.
Letzter Handelstag im August
Der 28. August 2026 wird der letzte Handelstag für die CHESS Depositary Interests (CDIs) an der ASX. Nach Börsenschluss verschwindet Almonty offiziell aus der Notierungsliste, zum 1. September 2026.
Australische Anleger haben drei Möglichkeiten. Sie können ihre CDIs bis zum 28. August an der ASX verkaufen. Alternativ tauschen sie ihre Anteile im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-notierte Stammaktien um. Wer bis zum Stichtag nicht handelt, kann ab dem 8. September 2026 eine freiwillige Verkaufsfazilität nutzen — sie bleibt bis zum 6. November 2026 geöffnet.
Kurs auf die USA
Der Schritt folgt auf den Rückzug von der Toronto Stock Exchange, den Almonty bereits am 31. Juli 2026 abgeschlossen hat. Das Unternehmen bündelt seine Hauptnotierung nun am Nasdaq Capital Market. Das passt zum neuen Firmensitz in Dillon, Montana.
Das Management nennt hohe Compliance-Kosten und den Verwaltungsaufwand mehrerer internationaler Notierungen als Hauptgründe für die Konsolidierung. Der Umbau spiegelt einen größeren Wandel wider: Almonty wandelt sich vom Minenentwickler zum westlichen Wolfram-Produzenten. Die Flaggschiff-Mine Sangdong in Südkorea befindet sich mittlerweile in der aktiven Verarbeitungsphase.
Erholung nach Zwangsverkäufen
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der sich der Almonty-Kurs von technischem Verkaufsdruck erholt. Der TSX-Rückzug Ende Juli hatte einen automatischen Ausschluss aus mehreren globalen Indizes ausgelöst. Passive Fonds mussten daraufhin ihre Positionen abstoßen — unabhängig von der operativen Entwicklung des Unternehmens.
Am 5. August 2026 zeigte sich eine Trendwende: Die Aktie legte um 4,17 Prozent auf 11,995 Euro zu, nach einem Plus von 5,40 Prozent am Vortag. Analysten gehen davon aus, dass die indexbedingte Verkaufswelle ihren Höhepunkt überschritten hat. Der Blick richtet sich nun wieder auf den operativen Hochlauf in Sangdong und die stabile Förderung in der portugiesischen Panasqueira-Mine.
Was die Bündelung bringen soll
Mit der Konzentration auf Nasdaq und Frankfurter Börse will Almonty seine Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren erhöhen, die auf kritische Rohstoffe und die Rüstungs-Lieferkette setzen. Das Unternehmen positioniert sich weiterhin als westliche Alternative zur chinesischen Wolfram-Dominanz. Langfristige Abnahmeverträge stützen dieses Vorhaben, ebenso ein Vorrat an Roherz, der derzeit mit rund 68 Millionen US-Dollar bewertet wird.
Für Anleger in Australien tickt die Uhr: Bis zum 28. August müssen sie sich entscheiden, ob sie verkaufen oder in Nasdaq-Aktien umtauschen. Wer beides verpasst, hat mit der Verkaufsfazilität ab dem 8. September noch ein Auffangnetz bis Anfang November.
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