Almonty-Aktionäre haben eine schwierige Woche hinter sich. Nach dem Investorentag am Montag senkt Stifel das Kursziel auf 21 Dollar, zuvor lagen die Analysten bei 25 Dollar. Das Kaufvotum bleibt. Der Grund für die Anpassung: Lieferungen aus der Sangdong-Mine verschieben sich nach hinten.
Verzögerte Lieferungen, unveränderte Story
Stifel-Analyst Brock Cannon sah auf dem Event keine bahnbrechenden Neuigkeiten. Er passte aber die Annahmen für die Auslieferungen aus Phase I und Phase II des südkoreanischen Projekts an. Die langfristige Stärke des Geschäfts stellt er nicht infrage: Almonty bleibe eine der zentralen Lösungen für den westlichen Wolframbedarf, nachdem sich China aus dem Markt zurückgezogen habe. Die Wolframpreise bewegen sich laut Cannon nahe Rekordniveau.
Oppenheimer bestätigt das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 19 Dollar. Die ersten Sangdong-Lieferungen sollen Ende dieses Monats starten. Umsatz erfasst das Unternehmen etwa 45 bis 60 Tage später, sobald der Seetransport abgeschlossen ist.
Aktienrückkäufe haben Priorität
Das Management rechnet damit, dass Wolfram- und APT-Preise fünf bis sieben Jahre hoch bleiben, mindestens bis chinesische Recyclingkapazitäten reifen. Langfristige Finanzziele nannte das Unternehmen nicht. Die Bilanzierung nach US-GAAP beginnt mit dem Jahresabschluss für 2026.
Kapitalpriorität sind laut Oppenheimer Aktienrückkäufe. CEO Lewis Black beschäftigt die mögliche Verwässerung durch die im Juni 2026 begebene Wandelanleihe über 800 Millionen Dollar.
Die Börse reagierte deutlich. Die Aktie verlor am Montag rund zehn Prozent und schloss bei 8,83 Dollar. Seit Anfang September hat sie etwa die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Technisch gilt der Titel als überverkauft.
Analystenbild uneinheitlich
Die Bandbreite der Einschätzungen bleibt groß. DA Davidson führt mit einem Kursziel von 33 Dollar, Goldman Sachs setzt mit 13 Dollar und neutralem Votum den unteren Rand. Goldman verweist auf Chinas Politik als Treiber des Angebotsrisikos.
Kurzfristig dürften die ersten Sangdong-Verschiffungen im Oktober den Maßstab liefern. Sie entscheiden, ob die verschobenen Zeitpläne Einzelfall bleiben oder sich ein Muster abzeichnet. Erste Umsätze daraus fließen frühestens in rund anderthalb bis zwei Monaten in die Bücher.
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