Almonty Industries hat sich Ende Juli von der Toronto Stock Exchange zurückgezogen. Der Wolframproduzent handelt seine Aktien seither ausschließlich an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie an der Frankfurter Börse unter ALI1. Der freiwillige Rückzug von der kanadischen Heimatbörse markiert eine strategische Verschiebung des Handelsschwerpunkts in Richtung US-Kapitalmarkt.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der Almonty finanziell so gut ausgestattet ist wie nie zuvor. Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über eine Kassenposition von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar, gegenüber 268,4 Millionen kanadischen Dollar Ende Dezember 2025. Der Sprung geht auf eine im Juni abgeschlossene Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar zurück. Diese finanzielle Feuerkraft gibt Almonty Spielraum für den weiteren Ausbau der Sangdong-Mine in Südkorea und erklärt auch, warum das Board Ende August ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar auflegen konnte.
Jefferies sieht Aufwärtspotenzial
Am Mittwoch dieser Woche nahm die Investmentbank Jefferies die Coverage von Almonty mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 26,25 US-Dollar auf. Begründet wird die Einschätzung mit der Positionierung des Unternehmens im Aufbau westlicher Lieferketten für Wolfram – ein Rohstoff, dessen strategische Bedeutung angesichts der Abhängigkeit westlicher Industrien von chinesischen Lieferungen zuletzt gestiegen ist.
Die Kombination aus verbesserter Kapitalausstattung und frischer Analystenunterstützung trifft auf ein Unternehmen, das operativ zuletzt kräftig zugelegt hat. Der Umsatz war im zweiten Quartal um 498 Prozent auf 43,0 Millionen US-Dollar gestiegen, das Ergebnis aus dem Bergbaubetrieb erreichte 26,1 Millionen US-Dollar. Diese Wachstumsdynamik bildet den Hintergrund, vor dem Anleger die jüngsten strukturellen Entscheidungen bewerten.
Kursverlauf spiegelt hohe Volatilität
An der Börse zeigt sich die Aktie nach den vergangenen Wochen konsolidiert. Am Freitag schloss das Papier bei 15,17 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 31 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs mit einem Anstieg von 91 Prozent nahezu verdoppelt.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 20,61 Euro, erreicht im April, notiert die Aktie derzeit rund ein Viertel entfernt – ein Abstand, der angesichts der hohen annualisierten Volatilität von 87 Prozent nicht überrascht.
Die Verlagerung des Handelsschwerpunkts nach Nasdaq und Frankfurt dürfte die Sichtbarkeit bei internationalen institutionellen Investoren erhöhen, zumal Almonty bereits Ende Juni in die Russell-1000- und Russell-3000-Indizes aufgenommen wurde. Für Anleger bleibt die zentrale Frage, ob die operative Hochlaufphase in Sangdong die hohen Erwartungen der Analysten tatsächlich rechtfertigt – die kommenden Quartale werden darüber Aufschluss geben.
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