Drei Unternehmensereignisse an einem einzigen Tag, ein Kurseinbruch von über 21 Prozent am Freitag und ein Pentagon-Zeitplan, der den gesamten westlichen Wolframmarkt neu ordnet — für Almonty Industries beginnt am Montag eine Woche, die über die weitere Richtung entscheiden dürfte.
Drei Ereignisse, ein Datum
Am 9. Juni 2026 laufen bei Almonty drei Vorgänge parallel zusammen. Die Jahreshauptversammlung findet um 10 Uhr Torontoer Zeit statt; Aktionäre stimmen über die Wahl von sieben Direktoren und die Wiederbestellung des Abschlussprüfers Zeifmans LLP ab.
Zeitgleich schließt sich die Platzierung von Wandelanleihen im Volumen von 700 Millionen US-Dollar ab. Das Angebot war überzeichnet; die Papiere tragen einen Kupon von 2,25 Prozent und laufen bis 2031. Nach Abzug von Rabatten und Kosten erwartet Almonty Nettoerlöse von rund 675,9 Millionen US-Dollar — steigen die Erstkäufer in die Mehrzuteilungsoption von bis zu 100 Millionen US-Dollar ein, wären es knapp 772,7 Millionen US-Dollar.
Zur Verwässerungsabsicherung hat Almonty sogenannte Capped-Call-Transaktionen abgeschlossen. Der Cap-Preis liegt bei 41,36 US-Dollar je Aktie — exakt 100 Prozent über dem letzten Handelskurs vom 4. Juni.
Neuer CFO, neue Wachstumsphase
Ebenfalls seit dem 1. Juni im Amt: Jorge Beristain als neuer Finanzvorstand. Beristain kommt vom US-Metalldienstleister Ryerson Holding, wo er als Vice President of Finance tätig war, und leitete zuvor die Finanzfunktion bei Ryerson-Tochter Central Steel & Wire. Davor war er als Managing Director bei Deutsche Bank Securities für die Aktienanalyse im Bereich Metalle und Bergbau in Amerika verantwortlich.
Almonty verknüpft die Personalie direkt mit dem nächsten Wachstumsschritt: der Erweiterung der Sangdong-Mine in Südkorea und dem Aufbau einer westlichen Wolfram-Lieferkette über Südkorea, die USA, Portugal und Spanien.
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Pentagon-Frist als Rückenwind
Der strategische Rahmen verleiht dem Zeitplan zusätzliches Gewicht. Ab Januar 2027 will das US-Verteidigungsministerium Wolframkäufe aus China, Russland, Nordkorea und dem Iran untersagen. Almonty positioniert sich als wichtigste westliche Bezugsquelle und hat bereits eine verbindliche Abnahmevereinbarung mit dem US-Rüstungsunternehmen Tungsten Parts Wyoming und dem Wolframverarbeiter Metal Tech geschlossen. Mindestens 40 Tonnen Wolframoxid pro Monat sollen geliefert werden — ausschließlich für US-Verteidigungsanwendungen wie Raketen-, Drohnen- und Munitionssysteme.
Operative Wende bestätigt
Die Quartalszahlen für Q1 2026 untermauern den Schwenk: Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA war mit 6,1 Millionen US-Dollar positiv, der operative Cashflow mit 9,7 Millionen US-Dollar ebenfalls. Der ausgewiesene Nettoverlust von 5,3 Millionen US-Dollar geht fast vollständig auf nicht zahlungswirksame Bewertungsverluste bei Derivaten und Warrants zurück. Die Liquiditätsposition war zum 31. März mit knapp 260 Millionen US-Dollar in Cash komfortabel.
Kurs unter Druck, Russell-Aufnahme im Blick
Die Aktie schloss am Freitag bei 22,70 CAD — ein Tagesverlust von 21 Prozent, der den Kurs rund 32 Prozent unter das April-Hoch von 33,35 CAD drückte. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von knapp 89 Prozent.
Einen potenziellen institutionellen Anker liefert der 29. Juni: Dann soll Almonty nach vorläufiger FTSE-Russell-Liste in den Russell 1000 und Russell 3000 aufgenommen werden. Ab diesem Datum sind alle auf diese Indizes benchmarkten Fonds und ETFs verpflichtet, Positionen zu halten. Erfahrungsgemäß steigt die Handelsaktivität bei neu aufgenommenen Titeln bereits in den Wochen vor der Indexaufnahme deutlich an, da Fondsmanager frühzeitig positionieren.
Die Sangdong-Mine soll im dritten Quartal 2026 die Vollproduktion erreichen. Eine geplante Phase-2-Erweiterung, die 2027 in Betrieb gehen soll, würde die Verarbeitungskapazität auf rund 1,2 Millionen Tonnen Erz jährlich steigern und die Wolframproduktion auf etwa 4.600 Tonnen verdoppeln — genau dann, wenn der Pentagon-Bann in Kraft tritt.
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