Almonty Industries zieht sich von der Toronto Stock Exchange zurück. Der Wolfram-Produzent will seine Aktien künftig ausschließlich an der Nasdaq handeln lassen. Der Schritt folgt auf eine deutlich lukrativere Neuigkeit: einen erweiterten Liefervertrag für die Sangdong-Mine in Südkorea, der die Erlösbasis des Unternehmens für die nächsten zwei Jahrzehnte absichert.
Rückzug von Toronto, Fokus auf Nasdaq
Am 17. Juli kündigte Almonty den freiwilligen Rückzug von der TSX an. Der Handel mit den Stammaktien endet zum Börsenschluss am 31. Juli 2026. Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit den laufenden Kosten der Doppelnotierung.
Der Großteil des täglichen Handelsvolumens findet ohnehin schon an der Nasdaq statt, wo die Aktie unter dem Ticker ALM notiert bleibt. Eine Zustimmung der Aktionäre braucht Almonty für den Rückzug nicht, weil die Nasdaq als alternativer Handelsplatz bereits zur Verfügung steht. Das Management spricht von einer Straffung der Verwaltungsstruktur und geringeren Compliance-Kosten.
Erweiterter Liefervertrag hebt Umsatzpotenzial deutlich an
Kurz vor der Delisting-Ankündigung hatte Almonty eine Neuigkeit mit weit größerer finanzieller Tragweite verkündet. Am 14. Juli meldete das Unternehmen eine Erweiterung des Liefervertrags mit Global Tungsten & Powders (GTP). Die Laufzeit wächst von 15 auf 21 Jahre.
Die vertraglich gesicherte Liefermenge steigt um 40 Prozent auf 4,41 Millionen MTU Wolframkonzentrat, zuvor waren es 3,15 Millionen MTU. Zusätzlich verbessert sich der Preis um 6,3 Prozent. Das soll rund 30 Millionen US-Dollar zusätzlichen Jahresumsatz bringen.
Damit klettert der erwartete Jahresumsatz aus dem Vertrag auf etwa 490 Millionen US-Dollar, gerechnet zu aktuellen Preisen. Über die gesamte Laufzeit von 21 Jahren summiert sich das auf ein Gesamtvolumen von rund 10,29 Milliarden US-Dollar. Der Vertrag deckt damit etwa 90 Prozent der geplanten Produktion aus Phase I von Sangdong ab.
Sangdong nimmt die Produktion auf
Der Deal fällt in eine entscheidende Phase für die Mine. Am 1. Juli startete die Aufbereitungsanlage in Sangdong den Durchsatzbetrieb und produziert seither verkaufsfähiges Wolframkonzentrat. Historisch zählt die Lagerstätte zu den größten und hochgradigsten Wolframvorkommen weltweit.
Sobald die Anlage die volle Kapazität erreicht, könnte sie einen erheblichen Teil der globalen Wolframproduktion außerhalb Chinas liefern. Für westliche Abnehmer, die ihre Lieferketten von chinesischen Quellen unabhängiger machen wollen, macht das Almonty zu einem strategisch wichtigen Anbieter.
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt volatil. Nach einem Plus von 3,94 Prozent am Freitag schloss der Titel bei 19,25 kanadischen Dollar. Über die vergangenen 30 Tage verlor die Aktie 25,45 Prozent, liegt aber weiterhin 59,49 Prozent im Plus seit Jahresbeginn.
Neben Sangdong betreibt Almonty weiterhin die Panasqueira-Mine in Portugal. Zusätzlich prüft das Unternehmen ein Molybdän-Projekt in Nachbarschaft zu Sangdong sowie die Zinn-Wolfram-Lagerstätte Valtreixal in Spanien. Der Handel an der TSX endet in zwei Wochen, am 31. Juli.
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