Ein Jahresgewinn von fast 127 Prozent — und der Kurs soll trotzdem noch deutlich zu günstig sein. Genau das legt eine aktuelle DCF-Analyse für Almonty Industries nahe, den kanadischen Wolframproduzenten mit seinem Vorzeigeprojekt in Südkorea.
Fairer Wert weit über dem Börsenkurs
Das Discounted-Cash-Flow-Modell errechnet einen fairen Wert von 44,11 kanadischen Dollar je Aktie. Dem steht ein Handelspreis von rund 27,30 kanadischen Dollar gegenüber — eine Lücke von knapp 62 Prozent. Die Botschaft: Der Markt preist die langfristigen Cashflow-Erwartungen aus dem Sangdong-Wolframbergwerk noch nicht vollständig ein.
Allerdings zeigt das Kurs-Buchwert-Verhältnis ein anderes Bild. Mit dem 21,7-fachen Buchwert liegt Almonty weit über dem kanadischen Branchendurchschnitt von 3,1x. Investoren zahlen also bereits eine erhebliche Prämie — sie wetten auf künftige Erträge, nicht auf den heutigen Substanzwert.
Das Buchverlust-Paradox
Der Jahresabschluss 2025 weist einen Nettoverlust von 161,9 Millionen kanadischen Dollar aus, nach 16,3 Millionen im Vorjahr. Die Zahl klingt alarmierend — ist es operativ aber nicht.
Der Löwenanteil des Verlustes entfällt auf eine nicht zahlungswirksame Neubewertung eingebetteter Derivatverbindlichkeiten aus Wandelanleihen: 87,3 Millionen kanadische Dollar. Der Mechanismus ist dabei fast ironisch — je stärker der Aktienkurs stieg, desto höher fiel diese buchhalterische Belastung aus. Der Kurserfolg des Jahres 2025 produzierte rechnerisch den größten Teil des ausgewiesenen Verlusts.
Sangdong läuft an — Kapital ist vorhanden
Operativ hat sich die Ausgangslage deutlich verbessert. Eine Kapitalerhöhung im Dezember 2025 brachte rund 129 Millionen US-Dollar ein. Die Kassenposition zum Jahresende 2025 lag bei 268,4 Millionen kanadischen Dollar — ausreichend, um den Hochlauf der Sangdong-Mine in der Abschlussphase zu finanzieren.
Phase 1 wurde im März 2026 abgeschlossen, das erste Erz erreichte den Run-of-Mine-Platz. Der Fokus liegt nun auf dem Übergang zur kommerziellen Produktion.
Analysten prognostizieren ein jährliches Umsatzwachstum von 37,7 Prozent, getragen von langfristigen Abnahmeverträgen. Der Hintergrund: Westliche Rüstungs- und Technologiebranchen suchen aktiv nach Wolframquellen außerhalb Chinas — Sangdong könnte davon erheblich profitieren. Die Eigenkapitalrendite soll bei voller Auslastung auf bis zu 62,5 Prozent steigen, die Gewinnschwelle innerhalb der nächsten drei Geschäftsjahre erreicht werden.
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