Ein Kursziel von 33 Dollar auf der einen Seite, ein Verkaufs-Rating auf der anderen. Bei Almonty Industries driften die Analystenmeinungen gerade deutlich auseinander. Der Wolfram-Produzent steht mitten im Übergang von der Entwicklungs- zur Produktionsphase seiner Sangdong-Mine in Südkorea — und genau das sorgt für Uneinigkeit unter den Beobachtern.
Kursziele klettern im Wochentakt
DA Davidson hat sein Kursziel für Almonty am Freitag von 25 auf 33 Dollar angehoben. Die Einstufung lautet „Buy“. Nur wenige Tage zuvor, am 3. Juni, hatte bereits Oppenheimer nachgelegt und das Ziel von 22 auf 25 Dollar erhöht, verbunden mit einem „Outperform“-Rating.
Auch Bank of America Securities bekräftigte im gleichen Zeitraum ihre Kaufempfehlung. Die Welle positiver Einschätzungen fällt zusammen mit dem Übergang der Sangdong-Mine von der Bauphase in den eigentlichen Förderbetrieb.
Nicht jeder Analyst zieht mit. Weiss Ratings bestätigte am 18. Juni ein „Sell (D-)“-Rating für die Aktie. In der Summe kommt Almonty derzeit auf eine Strong-Buy-Einstufung, vier Buy-Ratings und ein Sell-Rating. Der Analystenkonsens lautet „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 21,88 Dollar — deutlich unter der DA-Davidson-Marke.
Heftige Kursschwankungen begleiten die Analysten-Welle
Die Aktie selbst zeigt sich in diesen Tagen extrem nervös. Am 10. Juli lag der Kurs bei 16,31 Dollar, ein Plus von fast 11 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von über 85 Prozent zu Buche.
Die Freude währte allerdings nicht lange. Am folgenden Montag fiel die Aktie um 6,7 Prozent, zeitweise bis auf 15,52 Dollar, zuletzt notierte sie bei 15,499 Dollar. Bemerkenswert: Das Handelsvolumen lag an diesem Tag bei nur rund 1,1 Millionen Aktien — ein Rückgang von 79 Prozent gegenüber dem Durchschnitt.
Institutionelle Investoren steigen kräftig ein
Parallel zur Analysten-Euphorie bauen große Adressen ihre Positionen aus. Van Eck Associates erhöhte seinen Bestand im vierten Quartal um über 13.000 Prozent und hält nun mehr als 11,2 Millionen Aktien im Wert von rund 99 Millionen Dollar.
Auch Cooper Creek Partners Management stockte auf. Die Beteiligung wuchs im ersten Quartal um 110 Prozent, der Wert liegt inzwischen bei etwa 69 Millionen Dollar.
Bilanzkennzahlen bleiben im Blick
Trotz der optimistischen Kursziele werfen die Bewertungskennzahlen Fragen auf. Der 50-Tage-Durchschnitt der Aktie liegt bei 18,10 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 16,12 Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt 4,29 Milliarden Dollar, das KGV liegt bei minus 30,03 — ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen noch keine Gewinne schreibt.
Auf der Bilanzseite sieht es solider aus. Die Liquiditätskennzahlen — Quick Ratio von 2,37 und Current Ratio von 2,45 — deuten auf ausreichend kurzfristige Reserven hin. Die Verschuldung bleibt mit einem Verhältnis von 0,30 zum Eigenkapital moderat.
Die Spanne zwischen dem höchsten Kursziel von 33 Dollar und dem Konsens von 21,88 Dollar zeigt, wie unterschiedlich der Markt das Tempo der Sangdong-Produktion einschätzt. Ob sich der Bergbaubetrieb schnell genug in nachhaltige Gewinne übersetzt, dürfte sich an den nächsten Produktionsmeilensteinen entscheiden — und an den Analystenkommentaren, die in den kommenden Wochen folgen.
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