Almonty Industries hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr bewegt als viele Bergbauunternehmen in einem Jahrzehnt. Zwei US-Kapitalerhöhungen, ein Nasdaq-Listing, der Hauptsitz in den USA — und jetzt folgt der nächste strukturelle Schritt: die Aufnahme in den Russell 1000.
219 Millionen Dollar als Fundament
Ausgangspunkt war ein aggressiver Vorstoß in den US-Kapitalmarkt. Im Juli 2025 brachte ein Nasdaq-IPO 90 Millionen US-Dollar ein, im Dezember folgte eine Anschlussplatzierung über 129 Millionen Dollar — zusammen 219 Millionen Dollar frisches Kapital. Das Geld fließt in Bohrprogramme an der portugiesischen Panasqueira-Mine, in den Schuldenabbau und in die Hochfahrphase der Sangdong-Mine in Südkorea.
Das Liquiditätspolster ist komfortabel: Zum Ende des ersten Quartals 2026 verfügte Almonty über rund 260 Millionen kanadische Dollar in Cash und ein Working Capital von knapp 170 Millionen kanadischer Dollar.
Russell 1000: Systematische Nachfrage ab 29. Juni
Am 22. Mai 2026 veröffentlichte FTSE Russell eine vorläufige Liste der Neuzugänge. Almonty Industries soll demnach sowohl in den Russell 3000 als auch — automatisch damit verbunden — in den Large-Cap Russell 1000 aufgenommen werden. Wirksam wird die Aufnahme zum Handelsstart am 29. Juni 2026.
Was das konkret bedeutet: Gegen die Russell-Indizes sind rund 12,2 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten benchmarkt. Index-Fonds und ETFs, die den Russell 1000 oder Russell 3000 abbilden, müssen Almonty-Aktien proportional zu ihrer Gewichtung halten — ein Mandat, das viele institutionelle Investoren bislang schlicht nicht hatten. Das schafft strukturelle Nachfrage, unabhängig von individuellen Anlageentscheidungen.
Operativer Schwenk im ersten Quartal
Die Indexaufnahme kommt nicht aus dem Nichts. Im ersten Quartal 2026 lieferte Almonty erstmals belastbare Zahlen: Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen Dollar. Besonders markant: Der operative Cashflow wechselte von minus 4,4 Millionen auf plus 9,7 Millionen Dollar — das erste Mal seit Jahren, dass Almonty operativ Geld verdient.
Treiber ist die Sangdong-Mine in Südkorea, die am 17. März 2026 in Phase-1-Produktion ging. Die volle kommerzielle Kapazität wird im dritten Quartal erwartet. Phase II soll 2027 abgeschlossen sein und die Jahreskapazität auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen heben — was einer potenziellen Wolframproduktion von über 460.000 MTU entspräche.
Rückenwind aus dem Pentagon
Das Timing ist kein Zufall. Ab dem 1. Januar 2027 verbietet die US-Verteidigungsbeschaffungsregel DFARS dem Militär, Wolfram aus China, Russland, Iran oder Nordkorea zu beziehen. Defense- und Aerospace-Auftragnehmer suchen bereits jetzt konforme Lieferanten. Almontys Produktionsstandorte — Südkorea, Portugal, Spanien — liegen vollständig außerhalb der Ausschlusszone.
Das Unternehmen hat seine Hauptversammlung für den 9. Juni 2026 angesetzt und drängt Aktionäre zur rechtzeitigen Stimmabgabe. Der Vorstand empfiehlt die Wiederwahl aller Direktoren, um die strategische Kontinuität in einer Phase zu sichern, in der Sangdong hochfährt und die Indexaufnahme die Aktionärsbasis grundlegend verändern dürfte.
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