Almonty Industries zieht sich von zwei Börsenplätzen zurück und konzentriert den Handel seiner Aktien auf Nasdaq und Frankfurt. Der freiwillige Rückzug von der Toronto Stock Exchange wurde Ende Juli vollzogen, die Freigabe für das Delisting von der australischen Börse ASX liegt bereits vor. Der Handel mit den australischen CDI-Anteilsscheinen soll Ende August eingestellt werden, der formale Rückzug von der ASX Anfang September folgen.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der sich das operative Geschäft des Wolframproduzenten spürbar verändert hat. Erst vor rund einem Monat hatte das Unternehmen einen Kredit bei der KfW IPEX-Bank in Höhe von 14,661 Millionen Euro vollständig zurückgezahlt – seither hat die Aktie rund 21,3 Prozent an Wert verloren.
Die Konzentration auf Nasdaq und Frankfurt als verbleibende Handelsplätze dürfte auch mit der gewachsenen Bedeutung des US-Kapitalmarkts für Almonty zusammenhängen.
Institutionelles Interesse wächst deutlich
Diese Verschiebung zeigt sich auch in der Aktionärsstruktur. Im zweiten Quartal haben mehrere große US-Vermögensverwalter ihre Positionen massiv aufgebaut. BlackRock erhöhte seinen Bestand um rund 6,1 Millionen Aktien, was einem geschätzten Volumen von 100,6 Millionen US-Dollar entspricht.
T. Rowe Price stockte über zwei verbundene Einheiten um zusammen mehr als 10,7 Millionen Aktien im Gegenwert von knapp 178 Millionen US-Dollar auf. Damit sind es vor allem US-Institutionelle, die sich in großem Stil engagieren – ein Umstand, der die Bedeutung der Nasdaq-Notierung für das Unternehmen unterstreicht.
Auf der Gegenseite steht mit dem Verkauf von rund 200.000 Aktien durch Mark Trachuk zu etwa 16,97 US-Dollar je Anteil die größte Insider-Transaktion der vergangenen drei Monate. Der Verkauf entsprach etwa 7,4 Prozent seines direkten Aktienbestands und fällt damit deutlich geringer aus als die Zukäufe der institutionellen Anleger.
Kapitalstruktur und Governance im Umbruch
Parallel zum Börsenrückzug hat Almonty im August Schelfregistrierungen für die potenzielle Ausgabe von Stammaktien im Gesamtwert von rund 246,79 Millionen US-Dollar eingereicht, darunter eine Komponente im Zusammenhang mit Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. Anfang August passte das Unternehmen zudem seinen Aktienoptionsplan sowie den Plan für Restricted Share Units an.
Diese Maßnahmen reihen sich in eine Serie von Kapitalmarktaktivitäten ein, die das Unternehmen in den vergangenen Wochen vorangetrieben hat – von der Rückzahlung der KfW-Finanzierung über die Emission von Wandelanleihen bis hin zum laufenden Aktienrückkaufprogramm.
Für Anleger bedeutet der anstehende ASX-Rückzug vor allem eines: Wer bislang über australische CDI-Anteilsscheine investiert war, muss seine Position bis Ende August neu ordnen, da der Handel mit diesen Papieren eingestellt wird. Die Nasdaq-Notierung bleibt der zentrale Handelsplatz für das Unternehmen, ergänzt durch die bestehende Notiz in Frankfurt.
Die Rückzüge von TSX und ASX spiegeln damit weniger operative Schwäche als eine strategische Neuausrichtung wider: Almonty bündelt seine Börsenpräsenz dort, wo inzwischen das größte institutionelle Interesse liegt.
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