Almonty Industries zieht sich von der australischen Börse zurück. Die Australian Securities Exchange hat dem Wolfram-Produzenten das formelle Delisting genehmigt. Der Handel mit den CDIs endet am 28. August 2026, das endgültige Delisting greift zum 1. September.
Es ist bereits der zweite Börsenrückzug innerhalb weniger Wochen. Erst Ende Juli verabschiedete sich Almonty von der Toronto Stock Exchange. Übrig bleiben nur noch die Nasdaq und die Frankfurter Börse als Handelsplätze.
Sinkende Handelsvolumina als Auslöser
Das Management begründet den Schritt mit sinkenden Handelsvolumina an der ASX im Vergleich zur Nasdaq. Die finanziellen und administrativen Lasten einer australischen Notierung würden die Interessen der Aktionäre nicht mehr widerspiegeln, so das Unternehmen. Es geht um Kosten und Effizienz, nicht um ein Geschäftsproblem.
Für die Inhaber der CDIs beginnt jetzt eine Übergangsphase mit klarem Fahrplan. Sie erhielten am 29. Juli ein Schreiben, das eine einmonatige Frist einläutet. Bis zum 28. August können sie ihre Papiere entweder an der ASX verkaufen oder im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-Aktien umwandeln.
Wer danach noch verbleibende Positionen loswerden will, bekommt eine zweite Chance. Ab dem 8. September öffnet eine freiwillige Verkaufsfazilität, die am 6. November wieder schließt. Nach dem Delisting brauchen Anleger, die auf dem freien Markt handeln wollen, Broker oder Verwahrstellen, die Trades an der Nasdaq oder in Frankfurt abwickeln können.
Kurs unter Druck trotz strategischer Neuausrichtung
Während Almonty seine Börsenstruktur strafft, gerät die Aktie operativ unter Druck. Am Freitag schloss das Papier bei 15,88 kanadischen Dollar, ein Minus von 2,70 Prozent an einem Tag. Über 30 Tage summiert sich der Rückgang auf fast 29 Prozent.
Damit liegt die Aktie gut 52 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 33,35 kanadischen Dollar, erreicht Mitte April. Der 14-Tage-RSI von 33,5 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Auf Zwölfmonatssicht bleibt trotz der jüngsten Korrektur ein Plus von über 200 Prozent stehen – die Talfahrt der letzten Wochen relativiert das kaum, verändert aber das kurzfristige Chartbild deutlich.
Wolfram als strategisches Metall
Almonty positioniert sich als Anbieter von konfliktfreiem Wolfram, einem Metall, das für Rüstung, Munition und Elektronik zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die geopolitische Lage treibt die Nachfrage. Im Zentrum der Strategie steht die Sangdong-Mine in Südkorea, mit der sich das Unternehmen von chinesischen Lieferketten unabhängiger machen will.
Die Bündelung auf die Nasdaq soll diese Positionierung unterstreichen. Das Management verortet Almonty damit näher an US-Kapitalmärkten und an den Lieferketten der Verteidigungsindustrie – ein Umfeld, in dem Nähe zu amerikanischen Investoren zählt.
Für Inhaber von CDIs tickt die Uhr. Bis zum 28. August müssen sie entscheiden: verkaufen, bevor der australische Handel endet, oder in Nasdaq-Aktien wechseln. Wer beide Fristen verpasst, bleibt auf die Verkaufsfazilität angewiesen, die erst im September öffnet.
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