Almonty Industries kommt heute nicht zur Ruhe. Die Aktie des Wolframproduzenten gibt um 3,4 Prozent nach, nachdem sie bereits am Dienstag mit einem Schlusskurs von 15,07 Euro schwächer aus dem Handel gegangen war. Damit setzt sich eine Konsolidierung fort, die den Titel binnen sieben Tagen um 6,9 Prozent zurückgeworfen hat – auch wenn der Kurs auf Monatssicht noch immer 33 Prozent zulegen konnte.
Der Rücksetzer kommt zu einem eigentümlichen Zeitpunkt. Erst vor wenigen Tagen hat Jefferies die Coverage für Almonty mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 26,25 US-Dollar aufgenommen.
Analyst Laurence Alexander begründete das positive Votum mit der Position des Unternehmens im Aufbau westlicher Wolfram-Lieferketten, gestützt auf die Projekte Sangdong, Panasqueira und Browns Lake sowie geplante Kapazitäten für die Weiterverarbeitung zu Oxiden.
ASX-Rückzug als heutiger Schlusspunkt
Parallel zur Analystenreaktion vollzieht sich heute ein struktureller Einschnitt: Der Rückzug von der australischen Börse ASX wird formal wirksam. Die Notierung der CHESS Depositary Interests war bereits Ende August ausgesetzt worden, nachdem Almonty die entsprechende Freigabe der Börse erhalten hatte.
Der Schritt folgt auf das bereits Ende Juli vollzogene Delisting von der Toronto Stock Exchange. Almonty konzentriert seine Notierung damit konsequent auf die Nasdaq, wo die Aktie unter dem Kürzel ALM gehandelt wird.
Dass ein Doppel-Delisting binnen weniger Wochen nicht automatisch zu Verkaufsdruck führt, zeigt der Blick auf die vorangegangenen Wochen: Das Ende August beschlossene Aktienrückkaufprogramm über bis zu 14,4 Millionen Aktien, rund 5 Prozent des ausstehenden Kapitals, hat den Kurs seither um 3,1 Prozent gestützt.
Auch die vor gut einem Monat verkündete Verlängerung des Liefervertrags mit Global Tungsten & Powders auf 21 Jahre bei gleichzeitig um 40 Prozent erhöhtem Volumen wirkt bis heute nach – der Kurs legte seither um 3,9 Prozent zu.
Operatives Fundament bleibt stark
Der eigentliche Treiber der Neubewertung liegt jedoch in den operativen Zahlen. Almonty hatte für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 43 Millionen US-Dollar gemeldet, ein Plus von 498 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Grund war vor allem der sprunghafte Anstieg der Wolfram-APT-Preise. Der Gewinn aus dem Bergbaugeschäft drehte von einem Verlust von 0,9 Millionen auf 26,1 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA sprang von minus 4,8 Millionen auf 17,6 Millionen US-Dollar.
Möglich wurde dieser Sprung durch den Produktionsstart der Sangdong-Mine in Südkorea, die im Juni erstmals Erz verarbeitete und im Juli erste verkaufsfähige Konzentrate lieferte.
Ergänzend läuft am selben Standort ein groß angelegtes Bohrprogramm zur Erkundung von Molybdänvorkommen, das angesichts eines nationalen Versorgungsengpasses bei diesem Metall zusätzliches Potenzial eröffnen soll. Rund 37 Prozent der geplanten 26 Bohrlöcher sind bislang abgeschlossen, die bisherigen Gehalte entsprechen den historischen Erwartungen.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Der heutige Kursrückgang wirkt nach der jüngsten Rally wie eine technische Verschnaufpause, während die fundamentale Story – steigende Wolframpreise, anlaufende Produktion in Sangdong und ein diversifiziertes Projektportfolio – von Analystenseite weiterhin positiv beurteilt wird.
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