Almonty Industries steckt mitten im größten strukturellen Umbau seiner Börsengeschichte. Während der Wolfram-Produzent seine Notierungen auf zwei Länder konzentriert, gerät die Aktie spürbar unter Druck. Am Freitag verlor das Papier 5,52 Prozent und schloss bei 18,81 kanadischen Dollar — damit rutscht der Kurs unter seinen 200-Tage-Durchschnitt von 19,15 CAD.
Diese Marke gilt als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend. Ein Bruch nach unten wird von Marktteilnehmern oft als Warnsignal gelesen. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,29 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es bereits 19,58 Prozent.
Der Rückgang relativiert sich allerdings im Jahresvergleich. Seit Januar hat die Aktie noch immer 55,84 Prozent zugelegt. Vom Rekordhoch bei 33,35 CAD aus Mitte April trennen das Papier inzwischen aber 43,60 Prozent.
Drei Börsen werden zu zwei
Der Kursrutsch fällt in die heiße Phase eines langfristigen Umbaus der Handelsplätze. Am 23. Juli 2026 erhielt Almonty die formelle Zustimmung der australischen Börse ASX zum Delisting. Der Rückzug aus Sydney soll bis zum 1. September 2026 abgeschlossen sein, die zugehörigen CHESS Depositary Interests werden bereits ab dem 28. August ausgesetzt.
Parallel dazu zieht sich Almonty zum 31. Juli 2026 freiwillig von der Toronto Stock Exchange zurück. Das Unternehmen begründet beide Schritte mit einer klaren Verschiebung der Handelsaktivität: Der Großteil des täglichen Volumens läuft mittlerweile über die Nasdaq. Künftig konzentriert Almonty seine Notierung auf die Nasdaq und die Frankfurter Börse — mit dem Ziel, Verwaltungs- und Compliance-Kosten zu senken.
Sangdong nimmt Fahrt auf
Während die Aktie technisch schwächelt, hat das operative Geschäft einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am 1. Juli 2026 startete Almonty offiziell die Verarbeitung in der Sangdong-Mine in Südkorea. Die Anlage läuft aktuell mit einem Erzvorrat von rund 139.700 Tonnen, der bis Ende Juni aufgebaut wurde.
Den Übergang vom Entwickler zum Produzenten stützt ein langfristiger Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders. Mitte Juli bestätigte Almonty, dass die Vereinbarung auf 21 Jahre verlängert wurde. Sie reicht damit bis in die späten 2040er-Jahre und erhöht die vertraglich gesicherten Liefermengen um 40 Prozent.
Neue Zentrale, neue Zielgruppe
Zusätzlich zur Bündelung der Börsennotierungen hat Almonty seinen Firmensitz von Toronto ins montanische Dillon verlegt. Der Schritt passt zur strategischen Ausrichtung: Das Unternehmen positioniert sich als westlicher Lieferant kritischer Rohstoffe für Verteidigung und Hochtechnologie.
Die Fokussierung auf den US-Markt und die Nasdaq-Notierung soll gezielt institutionelle Investoren ansprechen, die Wolfram als strategisches Material einstufen. Mit dem Hochlauf in Sangdong will sich Almonty einen relevanten Anteil an der globalen Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas sichern.
Der RSI von 38,8 signalisiert nach dem deutlichen Monatsrückgang eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick der Anleger auf zwei Termine: das Ende der TSX-Notierung am 31. Juli und den weiteren Produktionshochlauf der ersten Ausbaustufe in Sangdong.
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