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Almonty Aktie: 800-Millionen-Anleihe für Sangdong-Ausbau

Almonty verzeichnet Kursverluste, während Molybdän-Bohrungen, eine Milliardenanleihe und die Russell-Aufnahme positive Impulse liefern.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt trotz positiver Nachrichten
  • Molybdän-Bohrprogramm in Südkorea läuft
  • Umsatz steigt um 221 Prozent
  • Aufnahme in Russell-Indizes steht bevor

Knapp 390 Prozent Kursgewinn in zwölf Monaten — und trotzdem steht die Aktie heute unter Druck. Almonty Industries verliert am Mittwoch rund acht Prozent auf 23,77 CAD. Dabei häufen sich die strukturellen Katalysatoren beim kanadischen Wolframförderer gerade in einem Tempo, das selten ist.

Molybdän-Bohrprogramm nimmt Form an

Am 16. Juni meldete Almonty Fortschritte beim Sangdong Molybdenum Project in Südkorea. Von 26 geplanten Bohrlöchern mit insgesamt rund 12.000 Metern sind 37 Prozent abgeschlossen. Die bisherigen Erzgehalte bestätigen historische Ergebnisse. Das Projekt gilt als eines der höstgradigsten Vorkommen weltweit mit 0,26 Prozent MoS₂.

Molybdän ist ein strategisches Metall. Es verbessert in kleinen Mengen die Hitze- und Korrosionsbeständigkeit von Stahl und Speziallegierungen. Abnehmer sind die Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Kernenergie und Petrochemie — zunehmend auch Halbleiter und erneuerbare Energien. Der Spotpreis ist im vergangenen Jahr um rund 23,5 Prozent gestiegen.

Das Bohrprogramm soll die Ressourcenkategorisierung verbessern und Südkoreas wachsende Versorgungslücke bei Molybdän schließen. Ein Abnahmevertrag mit dem Industriekonzern SeAH ist bereits unterzeichnet.

Die „Korean Trinity“ als strategischer Rahmen

Almonty denkt größer als ein einzelnes Bohrprogramm. Das Unternehmen plant, Molybdän, Wolfram und eine neue Wolframoxid-Anlage am selben Standort Sangdong zu bündeln. Intern heißt dieses Konzept „Korean Trinity“ — eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette für strategische Metalle.

Das Ziel: Südkorea als globalen Hub für Produktion, Raffination und Veredelung von Wolfram zu etablieren. Die Abhängigkeit von importierten Strategiemetallen soll sinken.

Finanzen drehen ins Positive

Das operative Fundament hat sich zuletzt deutlich verbessert. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Treiber waren höhere Wolfram-APT-Spotpreise und starke Produktion in der Panasqueira-Mine in Portugal.

Der operative Cashflow drehte von minus 4,4 Millionen CAD auf plus 9,7 Millionen CAD. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen CAD. Der Nettoverlust schrumpfte von 34,6 Millionen auf 5,3 Millionen US-Dollar.

Die Kasse war zum 31. März mit 259,9 Millionen US-Dollar gut gefüllt. Das Working Capital lag bei 169,5 Millionen US-Dollar.

800-Millionen-Anleihe und Russell-Aufnahme

Anfang Juni schloss Almonty eine deutlich überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar ab — Kupon 2,25 Prozent, Laufzeit bis 2031. Der Nettoerlös beläuft sich auf rund 772,7 Millionen US-Dollar. Das Geld fließt in den Sangdong-Ausbau, Schuldenrefinanzierung und allgemeine Unternehmenszwecke. Einen Teil nutzt Almonty für sogenannte Capped-Call-Transaktionen, die eine Verwässerung der Aktionäre begrenzen sollen.

Am 29. Juni folgt die Aufnahme in den Russell 3000 und den Russell 1000. Indexfonds und ETFs müssen dann nachkaufen. Schätzungen zufolge könnte allein das Rebalancing eine Nettokaufnachfrage von rund 13 Millionen Aktien auslösen — das Dreifache des durchschnittlichen Tageshandelsvolumens.

Analysten bleiben konstruktiv

Oppenheimer-Analyst Ian Zaffino hob sein Kursziel von 22 auf 25 US-Dollar an und behält sein „Outperform“-Rating. Im Schnitt empfehlen neun von Stock Analysis erfasste Analysten die Aktie mit „Strong Buy“ und einem Zwölfmonatsziel von 23,71 US-Dollar.

Kein Wunder, dass das Bild trotzdem gespalten ist. Die Aktie notiert rund 29 Prozent unter ihrem April-Hoch von 33,35 CAD und hat seit Jahresbeginn dennoch knapp 98 Prozent zugelegt. Der RSI liegt bei 43 — technisch neutral, aber mit Luft nach unten. Die annualisierte Volatilität von über 90 Prozent zeigt, wie nervös der Markt bei diesem Titel bleibt.

Den nächsten konkreten Kursimpuls dürfte die Russell-Aufnahme am 29. Juni liefern — gefolgt von weiteren Bohrergebnissen aus Sangdong, die zeigen werden, ob das Molybdänprojekt die hohen Erwartungen einlöst.

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Diskussion zu Almonty

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.