Ein drohender Wolfram-Engpass rückt Almonty Industries in den Fokus der Rüstungs- und Medizintechnikbranche. SpaceX und Siemens Healthineers gelten als Unternehmen, die auf verlässliche Wolframlieferungen angewiesen sind – und genau hier positioniert sich der kanadische Bergbaukonzern als einer der wenigen nennenswerten Anbieter außerhalb Chinas.
Kräftige Kursreaktion
Die Almonty-Aktie hat am Dienstag mit 21,15 CAD geschlossen und dabei 8,29 Prozent zugelegt. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 7,47 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich der Kursgewinn auf 75,23 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD, notiert Mitte April, bleibt der Titel dennoch mit einem Abstand von 36,58 Prozent klar entfernt. Der jüngste Sprung folgt auf eine mehrwöchige Konsolidierung, in der der Kurs binnen 30 Tagen fast ein Fünftel verloren hatte.
Sangdong als Kern der Strategie
Im Zentrum der Nachrichtenlage steht die Sangdong-Mine in Südkorea. Dort hat Almonty im Dezember 2025 die erste Erzförderung aufgenommen, im Juli 2026 ging die Verarbeitungsanlage in Betrieb. In der ersten Ausbaustufe soll die Anlage jährlich rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat produzieren. Bis 2027 will Almonty die Kapazität auf 4.600 Tonnen verdoppeln – eine Menge, die einem bedeutenden Anteil der Wolframnachfrage außerhalb Chinas entsprechen würde.
Für den Absatz hat sich Almonty mit Global Tungsten & Powders, einer Tochter von Plansee, langfristig abgesichert: Der Abnahmevertrag wurde auf 21 Jahre verlängert. Zu aktuellen Preisen soll die Vereinbarung über die gesamte Laufzeit ein Vertragsvolumen von rund 490 Millionen US-Dollar generieren – verteilt über mehr als zwei Jahrzehnte, nicht als jährlicher Umsatz.
Wachsende Geschäftszahlen
Auf Konzernebene zeigt sich der Hochlauf bereits in den Zahlen: Im ersten Quartal 2026 erzielte Almonty einen Umsatz von 25,4 Millionen kanadischen Dollar, ein Plus von 221 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der operative Cashflow lag bei 9,7 Millionen kanadischen Dollar. Diamond Equity Research hat für die Aktie ein Kursziel von 31,80 CAD ausgegeben.
Neben Südkorea baut Almonty weitere Standorte aus. In Montana wurde die Lagerstätte Gentung Browns Lake übernommen, die Produktion dort soll noch 2026 beginnen und auf eine Jahresleistung von 140.000 MTU ausgelegt sein. Zusätzlich erweitert das Unternehmen die portugiesische Mine Panasqueira, die künftig 124.000 MTU pro Jahr liefern soll.
Molybdän-Bohrprogramm und Listing-Wechsel
Parallel zum Wolframgeschäft treibt Almonty ein groß angelegtes Bohrprogramm am Sangdong-Molybdänprojekt voran. Von 26 geplanten Bohrlöchern mit einer Gesamtlänge von rund 12.000 Metern sind etwa 37 Prozent abgeschlossen. CEO Lewis Black bezeichnete die bisherigen Ergebnisse als konsistent mit historischen Daten und kündigte an, die Förderung ohne Verzögerung aufzunehmen, sobald die Lagerstätte bestätigt sei. Der Zeitpunkt ist günstig: Der Molybdänpreis ist binnen eines Jahres um 23,5 Prozent gestiegen, während Südkorea mit einem Versorgungsengpass bei dem Metall kämpft und die Regierung private Unternehmen zur Sicherung der Lieferketten drängt.
Strukturell steht bei Almonty zudem ein Wechsel des Handelsplatzes bevor: Nach dem 31. Juli 2026 will sich das Unternehmen von der Toronto Stock Exchange zurückziehen und sich künftig auf den Handel an der Nasdaq konzentrieren, wo die Aktie unter dem Kürzel ALM notiert. Als Begründung nennt Almonty höhere Handelsvolumina und geringere Kosten. Die Notierungen an der ASX und in Frankfurt bleiben davon unberührt, kanadische Aktionäre können über Broker mit Nasdaq-Zugang weiterhin handeln.
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