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Almonty Aktie: 48,61% Absturz vom April-Hoch

Almonty-Aktie korrigiert nach Rekordhoch deutlich. Gewinnmitnahmen und strategische Verkäufe belasten den Kurs, während das operative Geschäft solide bleibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert fast die Hälfte ihres Wertes
  • Deutsche Rohstoff AG verkauft Anteile
  • Langfristiger Wolfram-Liefervertrag erweitert
  • Charttechnische Annäherung an überverkauftes Niveau

Wolfram gilt als das Metall, ohne das keine Chip-Fabrik und kein Rüstungsbetrieb auskommt. Genau deshalb wetten Anleger seit Monaten auf Almonty Industries. Jetzt zahlt die Aktie den Preis für diese Wette – mit einem Kursrutsch, der selbst hartgesottene Rohstoff-Investoren aufhorchen lässt.

Gestern verlor das Papier 8,83 Prozent und schloss bei 17,14 kanadischen Dollar. Das ist kein Ausreißer, sondern die Fortsetzung eines Trends: Auf Wochensicht steht ein Minus von 14,81 Prozent, über 30 Tage sind es 25,19 Prozent. Wer nur auf diese Zahlen schaut, sieht eine Aktie im freien Fall. Wer den Jahresverlauf betrachtet, sieht etwas anderes: ein Plus von 42 Prozent seit Januar, und über zwölf Monate satte 264,68 Prozent.

Ein Kursfeuerwerk, das seine eigene Korrektur erzeugt

Genau darin liegt der Kern der Geschichte. Almonty ist im April 2026 auf ein 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar geklettert. Von diesem Gipfel aus hat die Aktie mittlerweile fast die Hälfte ihres Werts verloren – minus 48,61 Prozent. Ein Anstieg dieser Größenordnung zieht fast zwangsläufig eine Gegenbewegung nach sich. Wer in wenigen Monaten das Zwei- oder Dreifache verdient hat, nimmt irgendwann Gewinne mit.

Genau das ist am 22. Juli 2026 passiert. Deutsche Rohstoff AG, seit Jahren strategischer Ankerinvestor bei Almonty, hat einen Teil ihrer Position verkauft. Der Schritt ist nachvollziehbar: Wer über Jahre eine Position aufgebaut hat und diese sich vervielfacht, realisiert Gewinne. Deutsche Rohstoff bleibt zwar weiterhin an Bord. Trotzdem hat der Verkauf kurzfristig für ein Überangebot an Aktien gesorgt – und genau das drückt seither auf den Kurs.

Diese Gemengelage erklärt auch die extreme Schwankungsbreite: Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 83,02 Prozent. Das ist ein Wert, den man sonst eher bei spekulativen Kleinstwerten findet, nicht bei einem Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 3,32 Milliarden Euro.

Das Industriegeschäft bleibt unberührt

Während der Kurs schwankt, läuft das operative Geschäft weiter – und liefert handfeste Argumente für die Bullen. Am 14. Juli 2026 hat Almonty eine Erweiterung seines langfristigen Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders bekanntgegeben, einem Unternehmen der österreichischen Plansee-Gruppe. Der Deal sichert langfristige Wolfram-Lieferungen ab – für ein Metall, das in Halbleitern ebenso steckt wie in Verteidigungstechnologie.

Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas ist für westliche Industrien derzeit eine der obersten Prioritäten. Almonty positioniert sich hier als einer der wenigen relevanten Player abseits chinesischer Lieferketten. Ein weiteres Signal kommt aus Montana: Red Mountain Mining hat dort mit Probebohrungen im Pioneer-Tungsten-Projekt begonnen – und verweist explizit auf die Nähe zu Almontys Gentung-Lagerstätte als Hinweis auf mögliches hochgradiges Erzvorkommen. Solche Nachbarschaftseffekte sind in der Minenbranche keine Nebensache. Sie bestätigen indirekt den geologischen Wert der eigenen Assets.

Wo die Aktie eine Bodenbildung sucht

Charttechnisch nähert sich Almonty einer Zone, die Schnäppchenjäger aufmerksam beobachten. Der 14-Tage-RSI steht bei 34,2 und rückt damit in Richtung überverkauftes Terrain. Die Aktie notiert 27,19 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 23,54 kanadischen Dollar – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark sich die kurzfristige Dynamik von der mittelfristigen Linie entfernt hat.

Die eigentliche Frage lautet nicht mehr, ob Wolfram als strategischer Rohstoff wichtig ist. Das steht angesichts der Nachfrage aus Chip- und Rüstungsindustrie längst fest. Die Frage ist, welchen Preis der Markt bereit ist zu zahlen, um die Infrastruktur zu finanzieren, die diese Versorgung sichert.

Die aktuelle Korrektur wirkt weniger wie eine Abkehr vom „Mine-to-Metal“-Konzept des Unternehmens. Sie sieht eher aus wie eine notwendige Verschnaufpause nach einer massiven Neubewertung durch institutionelle Investoren. Ob sich der Kurs auf dem aktuellen Niveau stabilisiert oder der Abwärtsdruck durch weitere Gewinnmitnahmen anhält, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – insbesondere daran, ob der 200-Tage-Durchschnitt von 19,21 kanadischen Dollar als Referenzpunkt hält oder fällt.

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Diskussion zu Almonty

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.