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Almonty Aktie: 44,5 Prozent unter 52-Wochen-Hoch

Trotz verbesserter Lieferverträge und steigender Umsatzerwartungen verliert die Almonty-Aktie weiter an Wert. Analysten bleiben dennoch zuversichtlich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert über 44 Prozent seit April-Hoch
  • Liefervertrag auf 21 Jahre verlängert
  • Jährliche Erlöse steigen um 30 Millionen Dollar
  • Analysten bestätigen positive Kursziele

Bessere Konditionen, mehr Umsatzpotenzial, ein wachsender Auftragsbestand — und trotzdem bricht der Kurs ein. Bei Almonty Industries klafft gerade eine ungewöhnliche Lücke zwischen operativen Erfolgen und der Reaktion der Börse.

Der Kurs bricht weiter ein

Die Almonty-Aktie schloss am Donnerstag bei 18,51 kanadischen Dollar. Auf Wochensicht verlor das Papier 20,83 Prozent, binnen eines Monats sogar 28,31 Prozent. Damit hat der Titel fast ein Drittel seines Werts eingebüßt.

Der Absturz wirkt umso dramatischer, wenn man die Ausgangslage betrachtet. Noch am 17. April markierte die Aktie mit 33,35 kanadischen Dollar ihr 52-Wochen-Hoch. Aktuell liegt der Kurs 44,50 Prozent darunter.

Die Kennzahlen zeigen ein Wertpapier im Umbruch. Der 14-Tage-RSI von 35,0 nähert sich der überverkauften Zone, während die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage bei über 100 Prozent liegt — ein Zeichen für äußerst nervöses Handelsgeschehen. Auf Jahressicht bleibt die Aktie mit 53,87 Prozent im Plus, über zwölf Monate hat sie sich sogar fast verdreifacht.

Vertragsverlängerung kann die Talfahrt nicht stoppen

Was den aktuellen Ausverkauf besonders bemerkenswert macht: Er fällt in eine Phase, in der Almonty eigentlich gute Nachrichten liefert. Am 1. Juli meldete das Unternehmen den Start der Verarbeitung in der neuen Aufbereitungsanlage der Sangdong-Mine in Südkorea. Die Anlage verarbeitet seit Juni bereits gelagertes Rohgestein.

Nur zwei Wochen später folgte die eigentliche Nachricht. Am 14. Juli gab Almonty eine wichtige Änderung seines langfristigen Liefervertrags mit Global Tungsten & Powders bekannt, einer Tochter der österreichischen Plansee Group. Die Laufzeit wächst von 15 auf 21 Jahre und reicht damit bis in die späten 2040er-Jahre.

Die neuen Konditionen erhöhen den Erlös pro gelieferter metrischer Tonneneinheit um 6,3 Prozent. Das steigert die erwarteten jährlichen Vertragserlöse um mindestens 30 Millionen US-Dollar. Über die gesamte Laufzeit von 21 Jahren soll der Vertrag beim aktuellen Preisniveau nun 490 Millionen US-Dollar einbringen.

Ein Haken bleibt allerdings: Der Vertrag deckt nur die erste Produktionsphase in Sangdong ab. Die geplante zweite Ausbaustufe ist darin nicht enthalten — sie bleibt reines Zukunftspotenzial. Dieser Vorbehalt scheint die Anlegerstimmung gedämpft zu haben. Selbst nach der Ankündigung fand die Aktie keinen nachhaltigen Boden.

Analysten bleiben trotz Kursverfalls optimistisch

An der Wall Street hat der Ausverkauf bislang kaum Spuren hinterlassen. DA Davidson hob sein Kursziel für Almonty am 10. Juli von 25 auf 33 US-Dollar an. Bank of America Securities bestätigte im selben Zeitraum seine Kaufempfehlung.

Diese Diskrepanz zwischen optimistischen Kurszielen und dem realen Kursverfall zeigt, wie empfindlich die Aktie auf Stimmungsschwankungen reagiert. Der Grund dafür liegt im Übergang des Unternehmens: Aus einem Entwicklungsprojekt ist innerhalb kurzer Zeit ein aktiver Wolfram-Produzent geworden. Sangdong liefert nun erstmals seit Jahrzehnten wieder verkaufsfähiges Konzentrat.

Anleger scheinen derzeit neu zu bewerten, wie schnell sich der operative Hochlauf tatsächlich in verlässliche Cashflows übersetzt. Die grundsätzliche Erzählung rund um westliche Wolfram-Versorgungssicherheit bleibt davon unberührt — sie erklärt aber offenbar nicht mehr, warum die Aktie in den vergangenen Wochen so stark unter Druck geraten ist.

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Diskussion zu Almonty

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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