Südkorea hat ein Molybdän-Problem. Die staatlichen Lagerbestände sind auf kritische Tiefstände gefallen — und Almonty Industries positioniert sich als Lösung.
Das Unternehmen hat am 16. Juni bestätigt: Das Bohrprogramm am Sangdong-Molybdän-Projekt liegt vor dem Zeitplan. Von den geplanten 12.000 Metern sind bereits rund 37 Prozent abgeschlossen. Die 26 Bohrlöcher sollen historische Molybdän-Ressourcen neben der bestehenden Sangdong-Tungsten-Mine bestätigen. Erste Assay-Ergebnisse zeigen hochgradige Mineralisierungen — im Einklang mit den historischen Daten.
Sobald das Erzvolumen bestätigt ist, will Almonty sofort mit dem Abbau beginnen. Die Abnehmer stehen bereit: Südkoreas Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie braucht dringend heimische Versorgung.
Milliardenschwere Finanzierung im Rücken
Die operative Dynamik ist finanziell abgesichert. Anfang Juni schloss Almonty eine überzeichnete Emission von Wandelanleihen ab. Das Volumen: 700 Millionen US-Dollar zu 2,25 Prozent Kupon, fällig 2031. Eine Zusatzoption über 100 Millionen US-Dollar wurde vollständig ausgeübt — die Gesamtfinanzierung beläuft sich damit auf 800 Millionen US-Dollar.
Das Kapital fließt in den vollständigen Hochlauf des Sangdong-Komplexes und den Aufbau des Molybdän-Kreislaufs. Der Wandlungspreis wurde deutlich über dem damaligen Marktpreis angesetzt. Das Management wollte so die Verwässerung für Aktionäre begrenzen.
Pentagon-Deadline als Katalysator
Hinter dem Anlegerinteresse steckt ein konkretes Datum: Januar 2027. Ab dann darf das US-Verteidigungsministerium kein Wolfram mehr aus China, Russland, Nordkorea oder dem Iran beziehen. China kontrolliert derzeit rund 88 Prozent der globalen Wolfram-Produktion.
Almonty ist einer der wenigen westlich ausgerichteten Anbieter. Die Sangdong-Anlage hat Phase 1 der Inbetriebnahme bereits 2026 abgeschlossen. Bei voller Kapazität soll sie etwa 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas decken.
Konsolidierung nach starkem Lauf
Die Aktie legte am Dienstag um 3,32 Prozent auf 23,67 CAD zu. Auf Jahressicht steht ein Plus von fast 97 Prozent — nach einem Zwölf-Monats-Anstieg von über 250 Prozent. Allerdings liegt der Kurs rund 29 Prozent unter dem April-Hoch von 33,35 CAD. Der RSI von 44,1 signalisiert eine neutrale Phase nach dem Rücksetzer.
Der 200-Tage-Durchschnitt bei 18,20 CAD bietet einen deutlichen Puffer nach unten. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 91 Prozent spiegelt wider, wie rasant sich das Unternehmen vom reinen Entwickler zum Produzenten gewandelt hat. Mit dem Pentagon-Termin im Rücken und dem Bohrprogramm im Zeitplan dürfte Sangdong bis Ende 2026 weiter im Blickfeld bleiben.
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