Fast 33 Prozent Kursverlust in einem Monat – und das, während die Produktion im wichtigsten Bergwerk gerade erst anläuft. Bei Almonty Industries klaffen operative Fortschritte und Börsenrealität derzeit deutlich auseinander.
Die Aktie schloss am Freitag bei 15,51 kanadischen Dollar, ein Tagesminus von fast 5 Prozent. Auf Monatssicht steht ein Verlust von knapp 33 Prozent. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 32,7 Punkten und signalisiert damit eine nahezu überverkaufte Aktie.
CEO wirbt für Wolfram ohne China
Am 2. August veröffentlichte Almonty-Chef Lewis Black eine Stellungnahme mit dem Titel „Closing the tungsten loophole“. Darin betont er die Bedeutung verlässlicher, konfliktfreier Lieferketten für Wolfram. Der Rohstoff ist für Hochtechnologie und Rüstungsindustrie unverzichtbar, der globale Handel steht jedoch unter wachsendem Druck durch Exportbeschränkungen.
Black positioniert Almonty explizit als Alternative zu chinesischen Wolfram-Exporten, die den Weltmarkt bislang dominieren. Die Botschaft kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Unternehmen strukturell neu ausrichtet. Erst kürzlich zog sich Almonty freiwillig von der Toronto Stock Exchange zurück. Der Handel konzentriert sich jetzt auf Nasdaq und Frankfurter Börse.
Ende Juni nahm der Index-Anbieter Almonty zudem in den Russell 1000® und den breiter gefassten Russell 3000® Index auf. Solche Aufnahmen gelten gewöhnlich als Signal wachsender institutioneller Sichtbarkeit.
Sangdong läuft an, der Kurs bricht ein
Operativ hat Almonty einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am 1. Juli startete die Aufbereitungsanlage der Sangdong-Mine in Südkorea den Durchsatzbetrieb. Das Projekt hat damit offiziell die Entwicklungsphase verlassen und befindet sich nun in aktiver Produktion.
Im Fokus steht aktuell die erste Ausbaustufe, ausgelegt auf rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr. Das Unternehmen bestätigte, die ersten Mengen für die Anlage bereits aus vorhandenen Erzhalden gezogen zu haben. Das erleichtert den Übergang zur Produktion von verkaufsfähigem Konzentrat.
Sangdong soll die weltweite Wolfram-Versorgung diversifizieren, die bislang stark von chinesischen Exporten abhängt. Genau darin liegt die eigentliche Spannung dieser Aktie: Das operative Bild wirkt solide, die Kursentwicklung der vergangenen Wochen erzählt eine andere Geschichte.
Trotz des jüngsten Einbruchs steht die Aktie seit Jahresbeginn noch mit knapp 28,5 Prozent im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 33,35 Dollar aus dem April beträgt aktuell mehr als 53 Prozent. Wie sich der Kurs entwickelt, sobald Sangdong regelmäßig Konzentrat verkauft, dürfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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