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Almonty Aktie: 3,27 Milliarden Euro Bewertung

Almonty-Aktie fällt nach Rekordhoch um 42 Prozent, testet nun die langfristige Trendlinie. Geopolitische Wolfram-Knappheit bleibt Kurstreiber.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursverlust von 42 Prozent seit April-Hoch
  • 200-Tage-Linie als wichtige Unterstützung
  • China verschärft Wolfram-Exportkontrollen
  • Strategische Prämie treibt hohe Bewertung

Wolfram ist das Metall, ohne das keine Panzerspitze, keine Turbinenschaufel und keine Raketenhülle entsteht. China kontrolliert davon bis zu 85 Prozent der Weltproduktion. Genau das macht Almonty Industries gerade zu einem Testfall für die Frage, wie viel geopolitische Knappheit an der Börse wert ist.

Am Freitag schloss die Aktie bei 19,25 kanadischen Dollar, nach einem Tagesplus von 3,94 Prozent. Das klingt nach Erholung. Es bleibt aber nur ein kleiner Gegenpol zu einem brutalen Monat: Auf 30-Tage-Sicht hat das Papier 25,45 Prozent verloren, allein in der vergangenen Woche waren es 17,66 Prozent. Wer nur auf die letzten Wochen schaut, sieht eine Aktie im freien Fall.

Wer stattdessen zwölf Monate zurückblickt, sieht etwas anderes: ein Plus von 209 Prozent. Beide Bilder sind wahr. Genau darin liegt die Spannung dieser Geschichte.

Der Wolfram-Würgegriff Chinas

Seit Anfang 2025 hat sich der Wolframpreis mehr als versechsfacht, ein Anstieg von über 550 Prozent. Das ist keine reine Nachfragestory. Es ist die Folge einer geopolitischen Zuspitzung, die sich am 6. Januar 2026 noch einmal verschärft hat: An diesem Tag verschärfte Peking die Exportkontrollen für das Metall spürbar.

Für westliche Staaten mitten in einer Phase der Wiederaufrüstung ist die Abhängigkeit von chinesischem Wolfram längst kein Logistikproblem mehr. Sie ist ein Sicherheitsrisiko. Almonty verkauft in diesem Umfeld ein Versprechen, das Analysten mit 21 Jahren Planungssicherheit aus den eigenen Minenprojekten beziffern – eine der wenigen Antworten außerhalb der chinesischen Lieferkette.

Diese strategische Prämie erklärt, warum der Konzern trotz der jüngsten Kursdelle noch immer mit rund 3,27 Milliarden Euro bewertet wird. Die Marktkapitalisierung spiegelt nicht die Stimmung der letzten vier Wochen. Sie spiegelt die Wette auf ein Jahrzehnt westlicher Rohstoffsicherheit.

Charttechnik gegen Makro-Fantasie

Und trotzdem: Die „alarmistische Stimmung“, die zuletzt in Anlegerforen kursierte, hat handfeste technische Gründe. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar, erreicht im April 2026, liegt die Aktie inzwischen 42,28 Prozent entfernt. Das ist kein kleiner Rücksetzer, das ist eine handfeste Korrektur.

Entscheidend wird jetzt eine andere Marke. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 18,96 kanadischen Dollar, nur 1,53 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Die Aktie testet damit gerade ihre langfristige Trendlinie – und der RSI von 38,1 nähert sich der überverkauften Zone, jener Schwelle, an der erfahrungsgemäß Schnäppchenjäger aktiv werden.

Bleibt die Frage, ob dieser Boden hält oder ob die Aktie tiefer Richtung 52-Wochen-Tief rutscht. Von dort, bei 4,36 kanadischen Dollar aus dem Juli 2025, ist der aktuelle Kurs zwar immer noch weit entfernt. Aber nach einem Verlust von einem Viertel des Wertes in nur einem Monat traut sich kaum jemand, das kategorisch auszuschließen.

Eine Woche als Belastungsprobe

Der breitere Minensektor bleibt geopolitisch nervös. Während kleinere Explorer wie Vault Strategic Mining noch auf Analyseergebnisse aus Nevada-Projekten warten, gilt Almonty unter Anlegern, die auf die Wolfram-Lieferkette setzen, weiterhin als die etabliertere Adresse.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich der 200-Tage-Durchschnitt als Boden erweist. Sollte die Marke halten, wäre der jüngste Einbruch eine gesunde Verschnaufpause nach einem außergewöhnlichen Jahr. Bricht sie, rückt der Weg zum 52-Wochen-Tief wieder in den Blick – trotz eines geopolitischen Umfelds, in dem der Westen um jedes Gramm nicht-chinesisches Wolfram kämpft.

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Diskussion zu Almonty

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.