Rund 31 Prozent unter dem Allzeithoch, ein RSI nahe der Überverkauft-Zone — und am Montag zwingt die Aufnahme in den Russell 1000 passive Fonds zum Kauf. Almonty Industries startet in eine Woche, die den Kurs in beide Richtungen bewegen kann.
Steiler Rücksetzer nach historischer Rally
Der Schlusskurs am Freitag lag bei 23,00 CAD. Das entspricht einem Minus von fast 14 Prozent in sieben Handelstagen. Vom Jahreshoch bei 33,35 CAD, erreicht am 17. April, trennt die Aktie inzwischen ein Abstand von über 31 Prozent.
Die Perspektive bleibt dennoch außergewöhnlich. Über zwölf Monate steht ein Plus von 296 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 18,04 CAD markiert einen langfristigen Boden weit unterhalb des aktuellen Niveaus. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 26,78 CAD liegt hingegen rund 14 Prozent über dem Freitagskurs — ein technischer Widerstand, den der Kurs erst wieder überwinden muss.
Russell-Aufnahme erzwingt institutionelle Käufe
Ab Montag gehört Almonty zum Russell 1000 und damit auch zum Russell 3000. Das ist keine Ehrung — es ist Mechanik. Passive Fonds, die diese Indizes abbilden, müssen die Aktie in ihre Portfolios aufnehmen. Dieser Kaufdruck entsteht unabhängig von Marktsentiment oder Makrolage.
Wie groß der Effekt ausfällt, zeigt sich beim Handelsstart am Montag. Für eine Aktie, die zuletzt unter konstantem Verkaufsdruck stand, könnte das eine Stabilisierung bringen.
Starke Q1-Zahlen, Sangdong läuft
Die Fundamentaldaten liefern Rückenwind. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 2,4 Millionen auf plus 6,1 Millionen US-Dollar. Der operative Cashflow erreichte 9,7 Millionen US-Dollar.
Der Nettoverlust von 5,3 Millionen US-Dollar erklärt sich fast vollständig durch nicht zahlungswirksame Neubewertungseffekte. Die Kasse war zum 31. März mit 259,9 Millionen US-Dollar gut gefüllt.
Hinzu kommt eine im Juni abgeschlossene Wandelanleihe. Sie brachte netto rund 772,7 Millionen US-Dollar bei einem Kupon von 2,25 Prozent. Das Kapital fließt in den weiteren Ausbau der Sangdong-Mine in Südkorea sowie in die Schuldenstrukturierung.
Sangdong: Weltmarktrelevanz ab 2027
Phase 1 der Sangdong-Mine läuft. Die Anlage verarbeitet rund 640.000 Tonnen Erz pro Jahr und produziert etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Phase 2, geplant für 2027, soll die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen verdoppeln — und damit die Wolframproduktion auf rund 4.600 Tonnen steigern.
Bei voller Auslastung könnte Sangdong etwa 40 Prozent des globalen Wolframbedarfs außerhalb Chinas decken. Das US-Verteidigungsministerium plant ab Anfang 2027 ein Importverbot für Wolframprodukte aus Ländern, die als Gegner eingestuft werden. Westliche Abnehmer haben damit einen harten Stichtag — und Almonty eine der wenigen qualifizierten Alternativen.
Das nächste konkrete Kurssignal liefern die Q2-Zahlen. Es ist das erste vollständige Quartal mit kommerziellem Betrieb in Sangdong — und damit der erste echte Belastungstest für die Produktionsprognosen.
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