Almonty Industries treibt sein Kapitalprogramm voran: Der Verwaltungsrat hat ein neues Rückkaufprogramm genehmigt, mit dem das Unternehmen bis zu 14.400.000 Stammaktien – rund 5 Prozent der ausstehenden Anteile – für insgesamt bis zu 300 Millionen US-Dollar zurückkaufen darf.
Das Programm läuft über 36 Monate und startet am 24. August 2026. Damit setzt der Tungsten-Produzent ein deutliches Zeichen an die Kapitalmärkte, nur wenige Wochen nach dem operativen Umschwung durch die Sangdong-Mine.
Solide Bilanz als Basis
Der Rückkauf steht auf finanziell robustem Fundament. Ende Juni verfügte Almonty über eine Barposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar, nachdem im Juni eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar mit 2,25 Prozent Zins und Fälligkeit 2031 platziert wurde.
Vor über einem Monat zahlte das Unternehmen zudem seinen KfW-IPEX-Bank-Kredit vollständig zurück – ein Schritt, der die Bilanz zusätzlich entlastete. Seither hat die Aktie rund 21,3 Prozent an Wert verloren, was den Kontrast zwischen operativer Stärke und Kursentwicklung verdeutlicht.
Diese Liquiditätsausstattung erklärt, warum der Verwaltungsrat sich ein derart umfangreiches Rückkaufvolumen zutraut, ohne die Investitionsfähigkeit des Unternehmens zu gefährden. Gerade in der laufenden Hochlaufphase der Sangdong-Mine dürfte die finanzielle Flexibilität ein entscheidender Faktor für Anleger sein.
Operativer Rückenwind aus Südkorea
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der Almonty seine operative Transformation abschließt. Anfang Juli startete am Standort Sangdong in Südkorea die kommerzielle Verarbeitung – der Übergang von der Bauphase zur Produktion von verkaufsfähigem Konzentrat.
Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigten bereits die Wirkung: Der Umsatz stieg um 498 Prozent im Jahresvergleich auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, während unter dem Strich ein Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar stand – nach einem Verlust von 58,2 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal. Getrieben wurde diese Entwicklung von Rekordpreisen für Wolfram sowie den ersten Beiträgen aus Sangdong.
Mitte Juli kam ein weiterer strategischer Baustein hinzu: Almonty verlängerte seinen langfristigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders LLC um sechs Jahre, erhöhte die vertraglich gebundenen Mengen um 40 Prozent und verbesserte die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent. Ende Juni wurde das Unternehmen zudem in den Russell-1000- und den breiter gefassten Russell-3000-Index aufgenommen – ein Signal für wachsende institutionelle Sichtbarkeit.
Analysten sehen Potenzial
Vor rund drei Tagen bekräftigte die GBC AG ihre positive Einschätzung: Analyst Matthias Greiffenberger vergab ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 30 US-Dollar bis Ende 2027. Als Begründung nannte er den De-Risking-Meilenstein durch den Übergang der Sangdong-Mine von der Bauphase in die aktive Verarbeitung.
Für Anleger ergibt sich damit ein Bild aus mehreren sich ergänzenden Entwicklungen: ein finanziell gut ausgestattetes Unternehmen, operative Fortschritte bei der Schlüsselmine und ein Kapitalrückgabeprogramm, das Vertrauen in die eigene Bewertung signalisiert. Ob der Markt diese Kombination honoriert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn der Rückkauf tatsächlich anläuft.
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