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Almonty Aktie: 21 Jahre Abnahmevertrag

Almonty Industries sichert sich 21-jährigen Abnahmevertrag für Wolfram, während die Aktie korrigiert. Der Produktionsstart in Südkorea markiert den Wandel zum strategischen Rohstofflieferanten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Produktionsstart in der Sangdong-Mine
  • 21-jähriger Abnahmevertrag mit GTP
  • Aktie fällt trotz operativer Fortschritte
  • Wechsel zur Nasdaq als Hauptbörse

Manchmal klaffen operativer Fortschritt und Börsenkurs so weit auseinander, dass man zweimal hinschauen muss. Almonty Industries liefert derzeit ein Lehrbuchbeispiel dafür. Während die Aktie in den vergangenen 30 Tagen um 20,95 Prozent nachgab, hat der Konzern im Hintergrund eine Umsatzabsicherung über zwei Jahrzehnte gebaut, wie sie kaum ein Bergbau-Nebenwert vorweisen kann.

Wer nur auf den Chart schaut, sieht derzeit wenig Grund zur Freude. Nach einem Hoch von 33,35 kanadischen Dollar im April ist die Aktie in eine deutliche Korrektur gerutscht und schloss zuletzt bei 18,11 Dollar. Das sind 45,70 Prozent unter dem Jahreshoch, der RSI von 36,9 signalisiert eine überverkaufte Lage.

Wer hier aufhört zu lesen, verpasst die eigentliche Geschichte.

Vom Entwickler zum Produzenten

Im Juli 2026 hat Almonty einen Wandel vollzogen, auf den Anleger jahrelang gewartet haben: den Sprung vom Projektentwickler zum tatsächlichen Produzenten. Am 1. Juli lief in der Sangdong-Mine erstmals Material durch die Anlage. Damit erwacht eines der größten Wolfram-Vorkommen außerhalb Chinas nach einem Jahrzehnt Wartezeit endlich zum Leben.

Das eigentliche Ereignis des Monats war aber nicht der Anlagenstart selbst. Es war die Vertragsverlängerung mit Global Tungsten & Powders (GTP). Am 14. Juli erweiterten beide Seiten ihre Abnahmevereinbarung von 15 auf 21 Jahre. Für ein Bergbauunternehmen ist das eine seltene Planungssicherheit – sie reicht bis in die späten 2040er-Jahre.

Die Vertragsänderung erhöhte zudem das Gesamtvolumen um 40 Prozent und verbesserte die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent. Bei einer Marktkapitalisierung von 3,33 Milliarden Euro deckt diese eine Vereinbarung schon etwa 90 Prozent der geplanten Anfangsproduktion des Flaggschiffprojekts ab. Das ist kein Profil, das zu einem spekulativen Explorer passt – das ist das Profil eines strategischen Versorgers.

Geopolitik als Rückenwind

Diese industrielle Bindung fällt in eine Zeit wachsender Nervosität um Lieferketten. Ab 2027 will die USA Wolfram aus chinesischer Herkunft für Rüstungsanwendungen verbieten. Damit wird Almontys chinaunabhängige Lieferkette von einer theoretischen Option zu einer sicherheitspolitischen Notwendigkeit.

Das Management strebt an, rund 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas zu decken. Das klang lange nach ambitionierter Vorstandsrhetorik. Mit Sangdong im Betrieb und dem verlängerten GTP-Vertrag in der Tasche ist daraus operative Realität geworden.

Der Umzug an die Nasdaq

Parallel zum operativen Umbau räumt Almonty auch die Kapitalstruktur auf. Ende Juli verlässt das Unternehmen freiwillig die TSX, im September folgt der Rückzug von der ASX. Beide Schritte bündeln den Handel auf der Nasdaq, die künftig zur zentralen Liquiditätsplattform werden soll.

Die Aufnahme in die Russell-1000- und Russell-3000-Indizes passt ins Bild eines Unternehmens, das sich Richtung institutionelles Anlegerpublikum bewegt. Trotz der jüngsten Schwäche liegt die Aktie über zwölf Monate noch immer 267,34 Prozent im Plus – ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Korrektur eher eine Verschnaufpause als eine Trendwende sein könnte.

Für den Markt bleibt die eigentliche Bewertungsfrage offen: Wie viel ist ein Unternehmen wert, das nicht mehr nur eine Mine baut, sondern einen Grundpfeiler westlicher Rohstoffsicherheit betreibt – mit Umsatzsichtbarkeit für die kommenden zwei Jahrzehnte? Der Kursverlauf der vergangenen 30 Tage gibt darauf noch keine Antwort.

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Diskussion zu Almonty

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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