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Almonty Aktie: 181,8 Millionen Nettogewinn im Q2

Almonty Industries steigert Quartalsumsatz auf 43 Mio. CAD und meldet Nettogewinn. Der Wolframproduzent fokussiert sich künftig auf Nasdaq und Frankfurt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzwachstum um 498 Prozent
  • Nettogewinn von 181,8 Mio. CAD
  • Rückzug von TSX und ASX
  • Sangdong-Mine in Betrieb genommen

Fast eine Verfünffachung des Umsatzes in nur einem Jahr — und das bei einem Unternehmen, das erst jetzt vom Explorer zum echten Produzenten wird. Almonty Industries meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 43 Millionen kanadischen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es gerade einmal 7,2 Millionen. Parallel dazu zieht sich der Wolfram-Konzern von gleich zwei Börsenplätzen zurück.

Der Rückzug von TSX und ASX

Almonty hat sein Listing an der Toronto Stock Exchange bereits zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 beendet. Die Australian Securities Exchange folgt: Dort endet der Handel mit den CHESS Depositary Interests zum Ende des 28. August 2026.

CEO Lewis Black begründet den Schritt mit der Handelsverteilung. Der Großteil des täglichen Volumens läuft mittlerweile über die Nasdaq unter dem Kürzel ALM. Künftig konzentriert sich Almonty auf die Nasdaq und die Frankfurter Börse (ALI1). Vier separate Listings kosten Geld und Verwaltungsaufwand — zwei reichen aus, wenn die Liquidität ohnehin dort entsteht.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Ende Juni 2026 wurde Almonty in die Russell-1000- und Russell-3000-Indizes aufgenommen. Das bringt automatisch mehr institutionelle Aufmerksamkeit — genau die Zielgruppe, die Almonty mit der Bündelung auf US- und deutsche Börsen ansprechen will.

Zahlen, die eine Wende markieren

Die Ergebnisse vom 11. August 2026 zeigen einen Wechsel in eine neue Unternehmensphase. Höhere Wolframpreise trafen auf erste Produktionsmengen aus der Sangdong-Mine. Der europäische APT-Preis lag im Schnitt bei 3.075 US-Dollar pro MTU.

Aus dem Verlust wurde ein deutlicher Gewinn. Almonty verzeichnet einen Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar, nach einem Verlust von 58,2 Millionen im Vorjahresquartal. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 0,62 kanadische Dollar.

Die Kassenlage hat sich ebenfalls fundamental verändert. Ende Juni verfügte das Unternehmen über 1,23 Milliarden kanadische Dollar liquide Mittel. Den Großteil davon brachte eine überzeichnete Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar.

Sangdong als Kernprojekt

Im Zentrum der operativen Story steht die Sangdong-Mine in Südkorea. Phase I der Anlage ist seit Juli 2026 im echten Verarbeitungsbetrieb. Das Projekt soll langfristig bis zu 40 Prozent der weltweiten Wolframnachfrage außerhalb Chinas decken.

Almonty sichert diese Produktion vertraglich ab. Im Juli erweiterte der Konzern die Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der Plansee Group. Die Laufzeit verlängerte sich um sechs Jahre, das Gesamtvolumen stieg um 40 Prozent. Damit ist ein Abnehmer für rund 90 Prozent der Phase-I-Produktion für die kommenden 21 Jahre gesichert.

Kursreaktion und strategische Ausrichtung

An der Nasdaq sprang die Aktie am Freitag, den 14. August 2026, um 8,9 Prozent auf 15,09 US-Dollar. Innerhalb einer Woche kletterte der Kurs von rund 13,00 Dollar auf über 15,00 Dollar — getrieben von den Produktionsnews und dem starken Quartalsbericht.

Marktbeobachter verweisen zudem auf zwei personelle und strukturelle Signale: die Verlegung des Firmensitzes nach Dillon, Montana, und die Berufung von Jorge Beristain als CFO. Beide Schritte werden als Ausrichtung auf US-Verteidigungs- und Technologiesektoren gedeutet, die zunehmend auf heimische Wolframquellen angewiesen sind.

Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf zwei Themen: den Fortschritt bei Sangdong Phase II und die Entwicklung des Gentung-Wolfram-Projekts in den USA. Beide Vorhaben dürften zeigen, ob sich das Umsatzwachstum aus dem zweiten Quartal fortsetzen lässt.

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Diskussion zu Almonty

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.