Fünf Wochen technischer Ausverkauf, dann die Wende: Almonty Industries hat den Rückzug von der Toronto Stock Exchange abgeschlossen. Die Aktie erholt sich seither spürbar. Was zunächst wie eine Belastung aussah, entpuppt sich als Teil einer größeren Strategie.
Erholung nach dem Rückzug aus Toronto
Der freiwillige Delisting-Prozess an der TSX endete am 31. Juli 2026. Zuvor hatte die Aktie einen turbulenten Monat hinter sich. Am 4. August legte das Papier um 5,40 Prozent zu, einen Tag später folgten weitere 4,17 Prozent. In der Woche summiert sich das auf ein Plus von rund 13,94 Prozent.
Der Kursverfall der vergangenen Wochen hatte technische Gründe. Mit dem Rückzug aus Toronto flog Almonty automatisch aus mehreren kanadischen und globalen Small-Cap-Indizes, darunter der FTSE Global Small Cap Index. Passive Indexfonds und ETFs mussten ihre Positionen bis zur Frist am 31. Juli abstoßen. Das drückte den Kurs binnen 30 Tagen um 17,27 Prozent nach unten.
Analysten werten die aktuelle Erholung als Signal: Der Verkaufsdruck durch die Index-Anpassungen dürfte damit ausgelaufen sein.
Nasdaq als neue Heimat
Der Abschied von Toronto ist erst der erste Schritt. Almonty bündelt seine Handelsliquidität künftig am Nasdaq Capital Market unter dem Ticker ALM. Die Zweitnotierung in Frankfurt bleibt bestehen. Ziel ist es, Verwaltungskosten und regulatorischen Aufwand mehrerer Primärnotierungen zu senken.
Als Nächstes steht der freiwillige Rückzug von der Australian Securities Exchange an. Die ASX hat dem Schritt bereits zugestimmt. Der letzte Handelstag für die dortigen CHESS Depositary Interests ist der 28. August 2026, die formale Löschung folgt am 1. September. Australische Anleger können ihre Anteile im Verhältnis 1:1 in Nasdaq-Aktien umwandeln.
Sangdong-Mine läuft an
Während sich die Konzernstruktur wandelt, meldet Almonty einen operativen Meilenstein. Die Sangdong-Mine in Südkorea ist seit dem 1. Juli 2026 in der Verarbeitung aktiv und hat inzwischen den regulären Produktionsbetrieb erreicht.
Die Anlage verarbeitet aktuell einen ersten Vorrat von rund 139.700 Tonnen Rohgestein. Der geschätzte Bruttowert liegt bei 68 Millionen US-Dollar. Rückenwind gibt ein erweiterter Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders über 21 Jahre Laufzeit. Er deckt 90 Prozent der Phase-1-Produktion ab und soll bei aktuellen Marktpreisen jährlich rund 490 Millionen US-Dollar Umsatz generieren.
Quartalszahlen am 17. August
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die nächste Finanzmeldung. Almonty veröffentlicht die Quartalszahlen zum 30. Juni 2026 am Montag, den 17. August, vor Handelsbeginn.
Im Fokus dürfte der Fortschritt der Produktionshochlaufkurve in Sangdong stehen, dazu erste Umsatzzahlen seit dem Produktionsstart am 1. Juli. Das Management hat bereits eine Phase-2-Erweiterung für 2027 angekündigt. Sie soll die Verarbeitungskapazität der Anlage auf 1,2 Millionen Tonnen Erz pro Jahr verdoppeln.
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