Almonty Industries zieht sich von zwei Börsenplätzen zurück und startet gleichzeitig die Produktion in seiner wichtigsten Mine. Der Wolfram-Produzent bündelt seine Kapitalmarktpräsenz auf Nasdaq und Frankfurt. Toronto und Sydney verlassen die Kanadier freiwillig.
Der Kurs schloss am Freitag bei 19,91 kanadischen Dollar, ein Tagesminus von 1,04 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 229,64 Prozent zu Buche. Die Aktie bleibt damit ein Ausreißer im Rohstoffsektor.
Rückzug aus Toronto und Sydney
Almonty bestätigte in dieser Woche den freiwilligen Delisting-Antrag für die Toronto Stock Exchange und die Australian Securities Exchange. Der Handel in Toronto endet am 31. Juli 2026. Kurz danach folgt Australien: Die ASX hat den Antrag bereits genehmigt, der Handel mit den dortigen Depositary Interests wird am 28. August ausgesetzt, das endgültige Delisting folgt am 1. September 2026.
Das Management begründet den Schritt mit geringen Handelsvolumina in Australien – dort liegen nur 0,80 Prozent der ausstehenden Aktien – und hohen Kosten für die Börsennotierung. Künftig konzentriert Almonty seine Kapitalmarktaktivitäten auf die Nasdaq unter dem Kürzel ALM. Das Ziel: US-Institutionelle ansprechen, die Wolfram als strategisches Material für Verteidigung und Hochtechnologie einstufen.
Sangdong startet die Produktion
Der Umbau der Börsenstruktur fällt zeitlich mit einem operativen Meilenstein zusammen. Am 1. Juli 2026 hat Almonty die Verarbeitung in der Sangdong-Mine in Südkorea offiziell aufgenommen. Aus dem Entwickler wird ein Produzent – nach Jahren im Bau.
Die Anlage verarbeitet aktuell einen Vorrat von rund 139.700 Tonnen Erz. Dieser erste Durchlauf soll die Erzmischung optimieren, während die Mine schrittweise auf Phase-I-Kapazität hochfährt. Sangdong gilt als eine der größten und hochgradigsten Wolfram-Lagerstätten außerhalb Chinas – mit entsprechendem geopolitischen Gewicht für westliche Lieferketten.
Langfristiger Abnahmevertrag abgesichert
Parallel zum Produktionsstart hat Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders erweitert, einer Tochter der Plansee Group. Die Laufzeit wächst von 15 auf 21 Jahre und reicht damit bis in die späten 2040er-Jahre.
Der überarbeitete Vertrag erhöht das Gesamtvolumen um 40 Prozent auf 4,41 Millionen Metric Tonne Units. Zusätzlich verbessert sich der Preis um rund 6,3 Prozent. Bei aktuellen Marktpreisen deckt die Vereinbarung etwa 90 Prozent der Phase-I-Produktion ab und soll über die Laufzeit rund 490 Millionen US-Dollar Umsatz einbringen.
Charttechnik zeigt Abkühlung nach Rally
Die Aktie hat sich vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 kanadischen Dollar aus dem April deutlich entfernt – aktuell liegt sie 40,30 Prozent darunter. Der RSI von 42,0 signalisiert neutrales Terrain nach der jüngsten Schwankungsphase. Die annualisierte Volatilität von über 81 Prozent zeigt: Ruhig wird es bei diesem Titel selten.
Die Investmentbank Sphene Capital bleibt trotz der Kursdelle optimistisch und hat das 36-Monats-Kursziel auf 38,90 kanadische Dollar angehoben. Begründet wird dies mit der wachsenden Sichtbarkeit künftiger Cashflows durch den erweiterten GTP-Vertrag.
Für Almonty verschieben sich damit zwei Zeitachsen parallel: Die Börsenstruktur verengt sich bis September 2026 auf zwei Handelsplätze, während die Sangdong-Mine in den kommenden Quartalen ihre volle Phase-I-Kapazität erreichen soll.
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