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Almonty Aktie: 11,55-Prozent-Crash trotz Diamond-Analyse

Trotz eines deutlichen Kursrückgangs sehen Analysten bei Almonty Industries ungenutztes Potenzial durch langfristige Verträge und die strategische Ausrichtung der Phase-II-Erweiterung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert trotz positiver Studie
  • Analysten loben langfristige Verträge
  • Phase-II-Erweiterung bleibt unverkauft
  • Produktionsstart bei globaler Angebotsknappheit

Fast zwölf Prozent Verlust an einem einzigen Tag. Und dann noch einmal knapp zwei Prozent tags darauf. Wer nur auf den Kurs von Almonty Industries schaut, sieht diese Woche eine Aktie im freien Fall.

Wer genauer hinschaut, entdeckt einen Widerspruch. Denn ausgerechnet inmitten der Talfahrt veröffentlichte Diamond Equity Research am 16. Juli 2026 eine Studie, die die jüngsten Unternehmensentwicklungen als „wesentlich positiv“ einstuft. Die Analysten sehen bei dem Wolfram-Produzenten Wachstumstreiber, die der Markt noch nicht eingepreist hat.

Kursverfall trifft auf Jahresgewinn

Am Donnerstag verlor die Almonty-Aktie im Handelsverlauf 2,17 Prozent und rutschte auf 11,955 Euro. Das folgt auf einen Einbruch von 11,55 Prozent am Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 8,32 Prozent, auf Monatssicht sogar von 24,43 Prozent zu Buche.

Trotzdem bleibt seit Jahresbeginn ein Plus von 55,41 Prozent. Bei rund 285 Millionen ausstehenden Aktien kommt Almonty auf eine Marktkapitalisierung von etwa 3,41 Milliarden Euro. Die Korrektur der vergangenen Wochen fällt damit in eine Phase, in der Anleger offenbar den Übergang von der Minenentwicklung zur aktiven Produktion neu bewerten.

Was Diamond Equity Research besonders macht

Die Analysten von Diamond Equity Research heben vor allem die Umsatzsichtbarkeit hervor, die das aktuelle Vertragswerk Almonty bis in die späten 2040er-Jahre verschafft. Ausgangspunkt ist die Wolfram-Mine Sangdong in Südkorea. Neue Abnahmevereinbarungen dienen laut der Studie als Bestätigung durch Dritte für die Produktqualität am Standort.

Konkret wird es bei den Preisen. Die aktuellen Konditionen für Almontys konfliktfreies Wolfram liegen rund 6,3 Prozent über den bisherigen Vereinbarungen. Das soll der Phase-I-Produktion mindestens 30 Millionen US-Dollar zusätzlichen Jahresumsatz bringen.

Phase II bleibt bewusst unverkauft

Der eigentliche Kern der Studie liegt jedoch nicht in Phase I, sondern in dem, was noch nicht verkauft ist. Die laufende Phase-I-Produktion ist zu rund 90 Prozent durch langfristige Verträge abgesichert. Die geplante Phase-II-Erweiterung der Mine dagegen ist bewusst von diesen Abnahmevereinbarungen ausgenommen.

Das ist kein Zufall, sondern Strategie. Almonty will sich das künftige Preispotenzial offenhalten, statt es frühzeitig zu verkaufen. Phase II soll die jährliche Verarbeitungskapazität der Mine ungefähr verdoppeln. Die Analysten werten das als Kaufargument: Das Unternehmen kann diese Mengen später zu möglicherweise höheren Spotpreisen oder über neue strategische Partnerschaften vermarkten.

Produktionsstart trifft auf globale Angebotsknappheit

Am 1. Juli 2026 hat Almonty die Durchsatzverarbeitung in der Aufbereitungsanlage von Sangdong gestartet. Damit vollzieht das Unternehmen offiziell den Wechsel vom Minenentwickler zum umsatzgenerierenden Produzenten im Wolfram-Sektor.

Der Zeitpunkt könnte kaum günstiger sein. Exportbeschränkungen großer chinesischer Produzenten haben das globale Wolfram-Angebot deutlich verknappt. Almonty zählt zu den wenigen großskaligen Wolfram-Projekten außerhalb Chinas, die kurz vor der vollständigen Kommerzialisierung stehen — und rückt damit als möglicher Lieferant für westliche Verteidigungs- und Technologie-Lieferketten in den Fokus.

Die Kursschwäche der vergangenen Tage und die langfristig positive Einschätzung der Analysten stehen damit nebeneinander, ohne sich gegenseitig aufzuheben. Kurzfristige Marktbewegungen und die fundamentale Entwicklung des Unternehmens laufen aktuell schlicht auseinander.

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