Almonty Industries startet in die neue Handelswoche mit einem ungewöhnlichen Katalysator. Während sich Investoren zuletzt auf Index-Aufnahmen konzentrierten, rückt nun die strategische Bedeutung von Wolfram in den Fokus. Ein CNBC-Interview mit CEO Lewis Black Ende vergangener Woche thematisierte Lieferketten, Chinas Dominanz und die wachsende Nachfrage aus Halbleiter-, Verteidigungs- und KI-Infrastruktur.
Die Debatte dreht sich nicht mehr nur um Kursmechanik. Die mediale Aufmerksamkeit lenkt die Frage zurück auf die operative Substanz: Kann Almonty die strategische Nachfrage westlicher Abnehmer in messbare Ergebnisse übersetzen?
Quartalszahlen liefern erste Antworten
Das erste Quartal 2026 zeigt eine deutliche Verschiebung. Der Umsatz stieg um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar, getrieben durch höhere Spotpreise für Wolfram-APT. Das bereinigte EBITDA erreichte 6,1 Millionen Dollar, nach minus 2,4 Millionen im Vorjahresquartal. Der operative Cashflow drehte ins Positive: 9,7 Millionen Dollar, verglichen mit minus 4,4 Millionen ein Jahr zuvor.
Parallel dazu meldete das Unternehmen im März die offizielle Inbetriebnahme der Sangdong-Mine in Südkorea. Das Management beschreibt Sangdong als eine der weltweit größten und hochgradigsten Wolfram-Lagerstätten. Die Mine soll westliche Industrie- und Verteidigungslieferketten mit sicherer Versorgung außerhalb Chinas bedienen.
Technisches Bild nach volatiler Woche
Die Aktie schloss am Freitag bei 28,75 australischen Dollar, ein Plus von 3,31 Prozent. Über sieben Tage summiert sich der Anstieg auf 8,45 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Gewinn von 117 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sind es 563 Prozent.
Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 32,51 Dollar, erreicht am 21. April. Der aktuelle Kurs notiert elf Prozent darunter. Der RSI von 98,6 signalisiert extreme Überkauftheit. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität beträgt knapp 70 Prozent.
Führungswechsel in der Finanzabteilung
Almonty kündigte für Juni 2026 einen CFO-Wechsel an. Jorge Beristain übernimmt die Position, während Brian Fox das Unternehmen verlassen hat. Guillaume de Lamaziere fungiert bis zum Übergang als Interims-CFO.
Die Bilanz zum 31. März zeigt liquide Mittel von 259,9 Millionen Dollar und ein Working Capital von 169,5 Millionen. Der Nettoverlust im ersten Quartal verringerte sich auf 5,3 Millionen Dollar oder 0,02 Dollar je Aktie, nach einem Verlust von 34,6 Millionen oder 0,13 Dollar je Aktie im Vorjahr.
Makrodaten im Blick
Die kommende Woche bringt eine Reihe US-Konjunkturdaten: ISM-Einkaufsmanagerindex Industrie, JOLTS-Stellenangebote, ADP-Beschäftigungsbericht, ISM-Dienstleistungsindex, wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Mai-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Letzterer gilt als Hauptereignis der Woche und könnte die Risikobereitschaft bei Rohstoff- und Industriemetall-Aktien beeinflussen.
Der neue Fokus auf Wolframs Rolle in Verteidigung, Halbleitern und KI-Infrastruktur verschiebt die Bewertungslogik. Die Q1-Zahlen belegen, dass höhere APT-Preise bereits in Umsatz, EBITDA und Cashflow angekommen sind. Die nächste Phase hängt davon ab, ob Sangdong den Übergang zur kommerziellen Produktion planmäßig vollzieht und ob das Unternehmen während der Expansion finanzielle Disziplin wahrt.
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