Japanische Zulieferer schlagen Alarm. Bei Samsung und SK Hynix könnten die Bestände für ein kritisches Halbleitermaterial bereits im Sommer versiegen. Inmitten dieser globalen Wolfram-Knappheit steht das Management von Almonty Industries vor einer wegweisenden Frist. Bis zum morgigen Donnerstag muss der Vorstand über eine weitreichende Kapitalmaßnahme entscheiden.
Die Aktionäre haben bereits grünes Licht gegeben. Sie ermächtigten die Führungsebene, bis zu fünf alte Aktien zu einer neuen zusammenzulegen. Alternativ kann das Gremium den Plan vollständig verwerfen. Ein solcher Reverse Split soll den optischen Stückpreis heben. Das macht das Papier für institutionelle Investoren greifbar, die Aktien unterhalb der Fünf-Dollar-Marke oft meiden. Die Zahl der investierten Fonds ist bereits um über die Hälfte auf 107 gestiegen.
An der Börse spiegelt sich die fundamentale Dynamik in extremen Ausschlägen wider. Aktuell notiert das Papier nach einem leichten Tagesverlust bei 26,85 Kanadischen Dollar. Auf Jahressicht steht weiterhin ein massives Plus von über 630 Prozent auf der Anzeigetafel. Die annualisierte Volatilität liegt dabei jenseits der 100-Prozent-Marke.
Halbleiterindustrie unter Druck
Der makroökonomische Rückenwind für den Rohstoffkonzern nimmt spürbar zu. Die Exporte von Ammoniumparawolframat fielen Anfang 2026 fast auf null zurück. Entsprechend reagierte der Marktpreis. Dieser kletterte von knapp 1.944 US-Dollar im Februar auf zuletzt über 2.500 Dollar pro Tonne.
Parallel dazu greift die Geopolitik massiv in die Lieferketten ein. Ab 2027 verlangt das US-Verteidigungsministerium von seinen Auftragnehmern den ausschließlichen Bezug von Wolfram aus nicht-chinesischen Quellen. Almontys Sangdong-Mine in Südkorea bildet das Zentrum dieser Strategie. Die Anlage nahm im März offiziell den Betrieb auf.
Das Gestein dort weist einen Wolframtrioxid-Gehalt auf, der den globalen Durchschnitt um das Dreifache übersteigt. Im ersten Schritt soll die Mine jährlich 640.000 Tonnen Erz verarbeiten. Währenddessen vertieft das Unternehmen seine Präsenz in den Vereinigten Staaten. Die Verlegung des Hauptsitzes nach Montana flankiert den geplanten Neustart der dortigen Gentung-Produktion.
Konkrete Daten im Mai
Belastbare Zahlen zum operativen Fortschritt folgen in wenigen Wochen. Am 21. Mai veröffentlicht Almonty die ersten vollständigen Produktionsdaten aus Südkorea. Wenig später, auf der Hauptversammlung am 8. Juni, präsentiert das Management die Erweiterungspläne. Die für 2027 anvisierte zweite Ausbaustufe soll die Verarbeitungskapazität der Mine verdoppeln.
