Almonty hat mit der Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms für Gesprächsstoff gesorgt. Der Vorstand genehmigte am Montag den Rückkauf von bis zu 14.400.000 Stammaktien, das entspricht rund 5 Prozent der ausstehenden Anteile zum 14. August. Über 36 Monate, beginnend am 24. August und laufend bis zum 24. August 2029, will das Unternehmen dafür bis zu 300 Millionen US-Dollar aufwenden.
Berichten zufolge wurde die Marktreaktion auf die Ankündigung von Kommentatoren direkt mit der Einschätzung des Managements verknüpft, wonach der Aktienkurs die Wolfram-Assets des Unternehmens nicht angemessen widerspiegele. Ein Rückkauf dieser Größenordnung signalisiert Vertrauen in die eigene Bewertung – und wirft zugleich die Frage auf, worauf sich dieses Vertrauen stützt.
Starke Zahlen als Fundament
Die Antwort liefert der Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen. Für das zweite Quartal 2026 meldete Almonty einen Umsatz von 42,989 Millionen kanadischen Dollar, nach 7,192 Millionen kanadischen Dollar im Vorjahresquartal.
Der Nettogewinn lag bei 181,797 Millionen kanadischen Dollar, verglichen mit einem Verlust von 58,209 Millionen kanadischen Dollar ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Verlust von 4,8 Millionen kanadischen Dollar auf einen Gewinn von 17,6 Millionen kanadischen Dollar.
Flankiert wird diese Entwicklung von einer abgeschlossenen, überzeichneten Wandelanleihe-Emission. Berichten zufolge verfügt Almonty nach dieser Finanzierung über Barreserven von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar. Diese finanzielle Basis dürfte den Spielraum für das Rückkaufprogramm erst geschaffen haben, ohne die operative Entwicklung der Sangdong-Mine zu gefährden.
Sangdong treibt die operative Story
Parallel zu den finanziellen Meilensteinen kommt das Kerngeschäft voran. Am Berg Sangdong in der südkoreanischen Provinz Gangwon hat die Aufbereitungsanlage den Betrieb aufgenommen und nähert sich damit der Produktion von verkaufsfähigem Wolframkonzentrat.
Beim parallel laufenden Sangdong-Molybdän-Projekt sind laut Medienberichten rund 37 Prozent eines auf 12.000 Meter angelegten Bohrprogramms abgeschlossen, die Gehalte der Proben entsprechen historischen Bohrergebnissen.
Auch auf der Absatzseite hat sich die Position gefestigt. Der Wolfram-Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders wurde erweitert: Die kontrahierten Mengen stiegen laut Berichten um 40 Prozent auf 4,41 Millionen metrische Tonneneinheiten, die Laufzeit wurde auf 21 Jahre verlängert. Ein derart langfristig gesicherter Abnehmer reduziert das Absatzrisiko für die geplante Produktionsausweitung erheblich.
Strukturelle Weichenstellungen
Neben Zahlen und Rückkauf bereitet Almonty auch seine Börsenstruktur neu auf. Der freiwillige Rückzug von der TSX ist bereits vollzogen, der Rückzug von der ASX soll zum 1. September folgen, samt Aussetzung der CDI-Notierung und Handelseinstellung zum 28. August.
Gehandelt wird das Papier künftig an der Nasdaq und in Frankfurt. Eine unabhängige Research-Notiz vom vergangenen Freitag ordnete diese Konzentration der Notierungen zusammen mit den Quartalszahlen und dem Sangdong-Ausbau als zentrale Entwicklungen des Sommers ein.
In der Gesamtschau fügt sich das Rückkaufprogramm damit in eine Phase, in der Almonty operative Fortschritte, eine deutlich verbesserte Kapitalausstattung und eine bereinigte Börsenstruktur zusammenbringt. Ob der Markt die vom Management diagnostizierte Unterbewertung tatsächlich korrigiert, dürfte sich in den kommenden Monaten an der Nachfrage nach den eigenen Aktien im Rahmen des Rückkaufs zeigen.
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