Während der DAX mit dem Sprung über die 25.000-Punkte-Marke Historisches leistet, tritt ein Schwergewicht des Index auf die Bremse. Die Allianz Aktie kann die allgemeine Markteuphorie derzeit nicht voll ausschöpfen und muss zudem einen prestigeträchtigen Titel an die US-Konkurrenz abtreten. Eine neue Einschätzung der Deutschen Bank dämpft zudem kurzfristige Kursfantasien.
Die wichtigsten Fakten:
* Deutsche Bank: Bewertung wieder aufgenommen mit „Hold“.
* Kursziel: 400 Euro signalisiert begrenztes Potenzial.
* Ranking-Verlust: Berkshire Hathaway verdrängt Allianz von der Weltspitze.
Analysten sehen wenig Luft nach oben
Die Research-Abteilung der Deutschen Bank liefert eine Erklärung für die aktuelle Zurückhaltung der Anleger. Im Rahmen eines Analystenwechsels hat das Institut die Coverage für den Münchner Versicherungskonzern wieder aufgenommen. Analyst Kailesh Mistry vergibt das Votum „Hold“ und setzt das Kursziel auf 400 Euro.
Angesichts des gestrigen Schlusskurses von 383,90 Euro impliziert dies nur ein geringes Aufwärtspotenzial. Die Experten erkennen zwar die fundamentale Stärke des Unternehmens an – insbesondere das erwartete Gewinnwachstum von rund 9 Prozent und die solide Solvabilitätsquote –, sehen den Titel jedoch als fair bewertet an. Für den europäischen Sektor bleibt die Dividendenrendite von durchschnittlich 4,5 Prozent ein wichtiges Argument, doch kurzfristige Kurstreiber fehlen laut dieser Einschätzung.
Berkshire Hathaway übernimmt die Führung
Neben der nüchternen Bewertung drückt eine symbolische Wachablösung auf die Stimmung. Die Allianz ist nicht mehr der weltweit größte Versicherer nach nicht-bankbezogenen Vermögenswerten (Assets). Diesen Titel hat sich nun die US-Holding Berkshire Hathaway gesichert.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen den Machtwechsel:
* Berkshire Hathaway: ca. 1,15 Billionen US-Dollar Assets
* Allianz: ca. 1,09 Billionen US-Dollar Assets
Obwohl die Allianz ihre Asset-Basis um 6,2 Prozent steigern konnte, reichte dies nicht aus, um die Dynamik des US-Konglomerats zu kontern. Operativ ändert dieser Platztausch wenig an der Bilanzqualität der Münchner, er unterstreicht jedoch die massive Konkurrenzsituation an der globalen Spitze.
Abstand zum Rekordhoch
Der Blick auf die nackten Zahlen bestätigt die Konsolidierungsphase. Während der DAX Rekorde feiert, notiert die Allianz Aktie aktuell 16,57 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 460,12 Euro, das Ende Dezember markiert wurde.
Dennoch ist das technische Bild nicht trübe: Der Kurs hält sich knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 379,82 Euro, was eine kurzfristige Stabilisierung andeutet. Die Diskrepanz zwischen dem DAX-Rekord und der Allianz-Performance zeigt, dass Anleger derzeit selektiver vorgehen und Gewinne bei dem gut gelaufenen Wert absichern.
Das Fazit fällt somit gemischt aus: Die Allianz bleibt ein solider Anker im Depot mit verlässlicher Substanz, doch die Kombination aus dem „Hold“-Votum der Deutschen Bank und dem fehlenden Momentum lässt kurzfristig keine großen Sprünge erwarten. Solange die Marke von 400 Euro nicht nachhaltig zurückerobert wird, dürfte sich die Seitwärtsbewegung fortsetzen.
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