Die Allianz hat am Donnerstag Rekordzahlen vorgelegt – und dennoch reagiert der Markt verhalten. Der Münchner Versicherungsriese steigerte das operative Ergebnis für 2025 um 8,4 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro. Ein historischer Bestwert, der am oberen Ende der eigenen Prognose lag. Doch beim Ausblick auf 2026 zeigt sich CEO Oliver Bäte überraschend zurückhaltend.
Die Zahlen selbst können sich sehen lassen. Der Umsatz kletterte um 8,1 Prozent auf 186,9 Milliarden Euro. Besonders stark lief die Sachversicherung: Das operative Ergebnis sprang hier um 13,9 Prozent auf 9,0 Milliarden Euro. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 93,4 auf 92,2 Prozent – ein klares Zeichen für profitables Wachstum. Naturkatastrophen kosteten den Konzern 1,1 Milliarden Euro, rund 650 Millionen weniger als 2024. Ein glimpfliches Jahr bei den Großschäden.
Die Solvenzquote, ein wichtiger Gradmesser für die Kapitalstärke, liegt bei 218 Prozent und übertrifft damit die Analystenerwartung von 211 Prozent deutlich. Die Asset-Management-Sparte lockte Nettomittelzuflüsse von 139 Milliarden Euro an – ein beeindruckendes Zeichen des Vertrauens.
Aktionäre dürfen sich freuen
Für die Anteilseigner gibt es gleich mehrere Leckerbissen. Die Dividende soll um 11,0 Prozent auf 17,10 Euro je Aktie steigen. Damit schüttet die Allianz insgesamt 6,6 Milliarden Euro aus – ein absoluter Spitzenwert im DAX. Zusätzlich kündigte der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Milliarden Euro an. Die Allianz bleibt ihrer Rolle als verlässlicher Dividendenzahler treu.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte um 12,5 Prozent auf 28,61 Euro. Im vierten Quartal allein verdiente der Konzern netto 2,66 Milliarden Euro, ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Ausblick enttäuscht
Doch genau hier beginnt das Problem. Für 2026 peilt die Allianz ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro an – plus oder minus eine Milliarde. Das entspricht exakt dem 2025er-Niveau. Analysten hatten jedoch mit 18,1 Milliarden Euro gerechnet. Eine Lücke von 700 Millionen Euro zum Konsens ist nicht unerheblich.
Die Deutsche Bank zeigte sich enttäuscht von der Dividendenhöhe. Offenbar hatte man sich trotz der üppigen Ausschüttung noch mehr erhofft. Die zurückhaltende Prognose wirft Fragen auf: Sieht der Vorstand dunkle Wolken am Horizont, die anderen noch verborgen bleiben?
Für die Sachversicherung erwartet die Allianz 2026 eine kombinierte Quote von 92 bis 93 Prozent. Das Leben- und Krankenversicherungsgeschäft soll beim normalisierten Wachstum der Bruttovertragsmarge fünf Prozent zulegen. Im Asset Management strebt man eine Kosten-Ertrags-Quote unter 61,0 Prozent an. Solide Ziele, aber keine Überraschungen nach oben.
Die Allianz liefert operativ ab, keine Frage. Doch der vorsichtige Blick nach vorn dämpft die Euphorie. In unsicheren Zeiten setzt der Konzern auf Verlässlichkeit statt auf Wachstumsversprechen.
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