Die Allianz-Aktie klettert auf ein neues Allzeithoch und ein Analyst legt nach. Berenberg sieht noch 60 Prozent Luft nach oben. Das ist kein Randnotiz mehr, sondern eine handfeste Ansage an die Börse.
Der Kurs kratzt am Rekord
Am Mittwoch schloss die Allianz-Aktie bei 419,20 Euro. Nur zwei Tage zuvor, am 7. Juli 2026, hatte das Papier mit 423,90 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Der Abstand zu dieser Marke beträgt aktuell nur noch 1,11 Prozent.
Die Dynamik der letzten Wochen ist beachtlich. Auf Monatssicht steht ein Plus von 10,61 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 7,85 Prozent. Über zwölf Monate hat sich die Aktie sogar um 17,49 Prozent verteuert.
Zum 52-Wochen-Tief von 334,90 Euro, erreicht am 1. August 2025, liegt inzwischen ein Abstand von 25,17 Prozent. Auch gegenüber den gleitenden Durchschnitten zeigt sich die Stärke: Der Kurs liegt 7,30 Prozent über der 50-Tage-Linie und 11,55 Prozent über der 200-Tage-Linie. Der 14-Tage-RSI von 72,0 signalisiert allerdings eine überkaufte Marktlage.
Berenberg bekräftigt hohes Kursziel
Berenberg-Analyst Michael Huttner bleibt trotz der Rekordjagd optimistisch. Er bekräftigte sein Kursziel von 684 Euro je Aktie. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Huttner begründet seine Einschätzung mit der Ertragslage des Konzerns. Die anhaltende Nachfrage nach eigenen Aktien reduziert den Streubesitz und stützt so den Gewinn je Aktie. Dieser liegt aktuell bei 30,97 Euro, das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 13,65.
Mit einer Marktkapitalisierung von 160,84 Milliarden Euro zählt Allianz zu den Schwergewichten im DAX. Der Konzern bringt es auf eine Indexgewichtung von 7,44 Prozent und ist damit die viertgrößte Position.
Vermögensverwaltung setzt auf Energiewende
Neben der Kursentwicklung sorgte zuletzt auch die Vermögensverwaltungssparte für Gesprächsstoff. Bei einem Roundtable zur Energiewende ordneten Experten von Allianz Global Investors die aktuelle Marktlage ein. Diane Mak, Head of Impact und Sustainability Private Markets, moderierte die Runde.
Die Kernbotschaft: Die Energiewende ist längst mehr als ein Dekarbonisierungs-Projekt. Sie betrifft heute ebenso die Energiesicherheit Europas, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die technologische Souveränität des Kontinents.
Diese strategische Positionierung fällt in eine Phase, in der Berenberg die Ertragskraft des Konzerns lobt. Parallel dazu schafft das laufende Aktienrückkaufprogramm zusätzliche Nachfrage nach dem Papier.
Überkaufte Lage als Warnsignal
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 13,02 Prozent, ein moderater Wert für ein DAX-Schwergewicht. In Kombination mit dem RSI von 72,0 deutet sich dennoch eine überkaufte Marktlage an. Kurzfristige Rücksetzer sind bei dieser technischen Ausgangslage nicht ungewöhnlich.
Fundamental bleibt das Bild aus Sicht von Berenberg klar positiv: robuste Gewinne, ein aktives Rückkaufprogramm und ein Kursziel, das noch deutlich über dem aktuellen Rekordniveau liegt.
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