Allianz liefert für 2025 das stärkste operative Ergebnis der eigenen Geschichte – und legt bei Dividende sowie Aktienrückkauf nach. Trotzdem überzeugt der Ausblick nicht. Denn für 2026 stellt der Konzern im Kern erst einmal Stillstand auf hohem Niveau in Aussicht – und genau das bremst die Fantasie.
Gestern schloss die Aktie bei 353,70 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 8,53% zu Buche. Das passt zur Stimmung: Gute Zahlen allein reichen nicht, wenn die Messlatte am Markt noch höher liegt.
Rekordjahr 2025: Schaden/Unfall treibt
Operativ verdiente Allianz 2025 17,4 Mrd. Euro, ein Plus von 8,4% – und damit am oberen Ende der zuvor erhöhten Zielspanne. Der bereinigte Jahresüberschuss der Anteilseigner stieg auf 11,1 Mrd. Euro (+10,9%). Das Ergebnis je Aktie legte auf 28,61 Euro zu (+12,5%), das Geschäftsvolumen auf 186,9 Mrd. Euro (+8,1%).
Der wichtigste Motor war die Schaden- und Unfallversicherung: Das operative Ergebnis kletterte dort auf 8,992 Mrd. Euro (+13,9%). Gleichzeitig verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote auf 92,2% – ein zentraler Hinweis darauf, dass das Underwriting profitabler lief.
In Leben/Kranken ging es operativ leicht auf 5,601 Mrd. Euro nach oben. Asset Management steuerte 3,345 Mrd. Euro bei. Auffällig: Das für Dritte verwaltete Vermögen erreichte mit 1,99 Billionen Euro einen Rekord, die operativen Erlöse im Asset Management stiegen auf 8,5 Mrd. Euro.
Mehr für Aktionäre – mit solider Kapitalbasis
Für 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 17,10 Euro je Aktie vor (+11,0%). Entscheiden sollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 7. Mai 2026.
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Zusätzlich plant Allianz ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,5 Mrd. Euro. Start ist im März 2026, abgeschlossen werden soll es spätestens bis 31. Dezember 2026. Die Aktien will der Konzern einziehen – das senkt die Aktienzahl dauerhaft und kann den Gewinn je Aktie rechnerisch stützen.
Dass sich Allianz diese Rückgabe leisten kann, unterstreicht die Solvency-II-Quote von 218% (plus 10 Prozentpunkte). Damit bleibt ein spürbarer Puffer über den regulatorischen Anforderungen.
Ausblick 2026: Warum der Markt zögert
So stark das Rekordjahr wirkt: Für 2026 stellt Allianz ein operatives Ergebnis von 17,4 Mrd. Euro in Aussicht, bei einer Bandbreite von ± 1 Mrd. Euro. Das läuft auf Stagnation hinaus – und dämpft nach den starken 2025er-Zahlen die Erwartungen.
Kann aus dem vorsichtigen Ausblick später doch wieder mehr werden? Möglich ist es zumindest, denn der Konzern verweist darauf, dass Prognosen in den vergangenen Jahren im Jahresverlauf häufig noch angehoben wurden. Aber zunächst bleibt die Kommunikation bewusst zurückhaltend – und genau das erklärt den verhaltenen Kursverlauf der letzten Wochen.
Konkrete nächste Wegmarken sind nah: Am 13. März 2026 erscheint der finale Geschäftsbericht. Am 7. Mai folgt die Hauptversammlung, am 13. Mai 2026 die Zahlen zum ersten Quartal. Spätestens dann dürfte klarer werden, ob die operative Entwicklung die derzeitige 2026er-Leitplanke eher bestätigt – oder wieder Spielraum nach oben entsteht.
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