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Allianz Aktie: Huttner sieht 684 Euro

Analysten sind uneins über den fairen Wert der Allianz-Aktie. Während Berenberg ein massives Aufwärtspotenzial sieht, warnen UBS und RBC vor einer Überbewertung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Berenberg-Analyst prognostiziert 684 Euro Kursziel
  • UBS und RBC sehen niedrigere faire Werte
  • Aktienrückkäufe stützen den Kurs
  • Charttechnik signalisiert überkaufte Marktlage

Die Allianz-Aktie notiert nahe ihrem Rekordhoch. Marktbeobachter sind dennoch gespalten. Die Schweizer UBS rät zur Vorsicht, die Privatbank Berenberg sieht hingegen massives Potenzial. Ein Analyst fordert jetzt eine völlig neue Sichtweise auf den gesamten Versicherungssektor.

Analyst sieht 60 Prozent Aufwärtspotenzial

Aktuell kostet das Papier 419,20 Euro. Damit trennt den DAX-Titel nur rund ein Prozent vom frischen 52-Wochen-Hoch. Geht es nach Berenberg-Analyst Michael Huttner, ist das erst der Anfang. Er ruft ein Kursziel von 684 Euro auf.

Seine Begründung fällt weitreichend aus. Huttner hält die klassische Bewertung europäischer Versicherer für zu niedrig. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2028 liege aktuell nur bei zwölf. Ein Faktor von 20 sei jedoch angemessen.

Die Allianz würde als Branchenschwergewicht massiv von einer solchen Anpassung profitieren. Andere Häuser widersprechen. Die UBS taxiert den fairen Wert auf 390 Euro. RBC Capital Markets sieht die Aktie bei 400 Euro.

Rückkaufprogramm stützt den Kurs

Ein harter Fakt untermauert die aktuelle Kursstärke. Der Münchener Konzern kauft massiv eigene Aktien zurück. Zwischen Ende Juni und Anfang Juli sammelte die Allianz fast 300.000 Papiere ein. Die Durchschnittskurse lagen dabei zwischen 409 und 419 Euro.

Seit März hat das Management knapp vier Millionen Anteile vom Markt genommen. Das geplante Gesamtvolumen beläuft sich auf 2,5 Milliarden Euro. Weniger Aktien bedeuten einen höheren Gewinn je Anteilsschein. Kurz gesagt: ein verlässlicher Stützpfeiler.

Operativ muss der Versicherer veränderte Kundenbedürfnisse bedienen. Ein aktueller Report des Hauses liefert dazu klare Daten. Von 10.000 Befragten sorgen sich viele erstmals genauso stark um ihre Finanzen wie um ihre Gesundheit. Die Inflation belastet Budgets, während der Bedarf an Absicherung steigt. Der Konzern reagiert darauf mit einer neuen Lernplattform für Finanzbildung.

Warnsignale aus der Charttechnik

Kurzfristig mahnt die Charttechnik zur Vorsicht. Der Relative-Stärke-Index steht aktuell bei knapp 73 Punkten. Solche Werte signalisieren eine überkaufte Marktlage. Das Risiko für schnelle Gewinnmitnahmen steigt.

Hält der Aufwärtstrend trotz dieser Warnsignale an, rückt die nächste historische Marke in den Fokus. Das Allzeithoch aus dem Jahr 2000 liegt bei 441,16 Euro. Fällt der Widerstand am aktuellen 52-Wochen-Hoch, ist der Weg dorthin charttechnisch frei.

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