Der Münchener Versicherungsriese krempelt sein Portfolio um – und hat dafür einen zweistelligen Milliardenerlös eingestrichen. Gleichzeitig setzt das Management auf Künstliche Intelligenz und sieht sich mit neuen globalen Risiken konfrontiert.
Indien-Exit bringt 2,1 Milliarden Euro
Allianz hat sich von seinen Joint-Venture-Anteilen in Indien getrennt. Der Konzern verkaufte 23 Prozent an Bajaj General Insurance und Bajaj Life Insurance an die Bajaj Promotor Group. Die wichtigsten Fakten:
- Brutto-Erlöse: 2,1 Milliarden Euro
- IFRS-Gewinn Q1 2026: circa 1,1 Milliarden Euro (nicht-operativ)
- Solvency-II-Quote: Verbesserung um rund 5 Prozentpunkte
- Restverkauf: 3 Prozent bis Q2 2026 geplant
Der Ausstieg aus der Bajaj-Partnerschaft bedeutet jedoch keinen Rückzug vom indischen Markt. Im Juli 2025 vereinbarte Allianz bereits ein 50:50-Rückversicherungs-Joint-Venture mit Jio Financial Services. Ein Teil der Erlöse fließt in diese neue Kooperation.
KI-Offensive mit Anthropic
Einen Tag nach der Bajaj-Meldung folgte die nächste strategische Weichenstellung: Allianz kooperiert mit dem KI-Unternehmen Anthropic. Das KI-Modell „Claude“ soll die Effizienz in drei Bereichen steigern.
Zunächst erhalten alle Mitarbeiter kostenlosen Zugang zur Plattform. „Claude Code“ transformiert bereits die Arbeit tausender Entwickler weltweit. Darüber hinaus entwickeln beide Partner KI-Agenten für die Schadensbearbeitung – von der Dokumentenaufnahme bis zur Regulierung in Kfz- und Krankenversicherung. Das Ziel: schnellere Erstattungen bei gleichzeitiger menschlicher Betreuung komplexer Fälle.
Ein dritter Schwerpunkt liegt auf Compliance. Die KI-Systeme protokollieren jede Entscheidung und Datenquelle – ein direkter Ansatz zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen.
Cyber-Risiken dominieren weiterhin
Das aktuelle Risk Barometer von Allianz Commercial zeigt eine bemerkenswerte Verschiebung der globalen Risikowahrnehmung. 3.338 Experten aus 97 Ländern nahmen an der Befragung teil.
Cyber-Vorfälle belegen zum fünften Mal Platz 1 mit 42 Prozent der Antworten. Überraschend: Künstliche Intelligenz katapultiert sich von Platz 10 direkt auf Rang 2 – der größte Sprung in der Geschichte des Barometers. Betriebsunterbrechungen fallen erstmals aus den Top 2 auf Platz 3 zurück.
Fast die Hälfte der Befragten sieht in KI mehr Chancen als Risiken. Ein Fünftel bewertet das Verhältnis genau umgekehrt. Politische Risiken und Gewalt erreichen mit Platz 7 ihren historischen Höchststand.
Die Aktie notiert aktuell bei 381 Euro und liegt damit etwa 17 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 460 Euro, das Ende Dezember 2025 erreicht wurde. Am 7. Mai 2026 findet die ordentliche Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle statt.
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