Milliardengewinne auf der einen, massiver Stellenabbau auf der anderen Seite: Der Münchner Versicherungsriese zeigt aktuell sein janusköpfiges Gesicht. Während die Kassen so laut klingeln wie nie zuvor, müssen Tausende Mitarbeiter um ihren Job fürchten – ersetzt durch künstliche Intelligenz. Ist dieser radikale Umbau der notwendige Preis für die nächste Stufe der Profitabilität?
Harte Maßnahmen: Wenn die KI übernimmt
Die Nachricht sitzt: Bis zu 1.800 Stellen stehen bei der Tochtergesellschaft Allianz Partners auf der Kippe. Besonders brisant ist dabei der Grund für die Maßnahmen. Es geht nicht um fehlende Aufträge, sondern um technologische Verdrängung. Der Konzern macht ernst mit der Automatisierung und ersetzt manuelle Prozesse zunehmend durch künstliche Intelligenz.
Im Fokus stehen dabei vor allem Callcenter-Mitarbeiter. Von den derzeit rund 22.600 Beschäftigten der Sparte bearbeiten etwa 14.000 telefonisch Kundenanfragen und Schadensmeldungen – genau hier setzt der Rotstift an. Die Umsetzung soll in den kommenden 12 bis 18 Monaten erfolgen. Für die betroffenen Mitarbeiter ist das ein Schock, für die Bilanz bedeutet es langfristig massive Kosteneinsparungen.
Geldmaschine läuft auf Hochtouren
Doch warum baut ein Unternehmen, das im Geld schwimmt, überhaupt Stellen ab? Die Antwort liegt in der Maximierung der Effizienz, denn operativ könnte es für den Versicherer kaum besser laufen. Im dritten Quartal 2025 kletterte der operative Gewinn um 12,6 Prozent auf beeindruckende 4,4 Milliarden Euro.
Die Bücher sind voll, das Geschäft brummt. Das Management strotzt vor Selbstbewusstsein und hat folgerichtig die Jahresprognose angehoben. Statt einer vorsichtigen Schätzung erwartet man nun einen operativen Gewinn von mindestens 17 Milliarden Euro – das obere Ende der ursprünglichen Zielspanne.
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache:
- Gewinnsprung: 13,1 Milliarden Euro operativer Gewinn in den ersten neun Monaten (Vorjahr: 11,8 Mrd. Euro).
- Wachstum: Internes Wachstum von soliden 8,5 Prozent.
- Dividenden-Sicherheit: Eine starke Solvency-II-Quote von 209 Prozent.
- Kapitalrückfluss: Das Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Euro wurde bereits im September vollständig abgeschlossen.
Anleger feiern die Effizienz
Der Markt honoriert die Kombination aus strikter Kostendisziplin und operativem Wachstum eindeutig. Die Allianz Aktie notiert aktuell bei 372,00 € und bewegt sich damit in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 377,60 €.
Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt: Seit Jahresanfang konnten Aktionäre ein Plus von über 25 % verbuchen. Dass der Kurs deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 352,76 € notiert, unterstreicht die bullische Stimmung. Die Strategie, das Schaden-Unfall-Geschäft als Wachstumsmotor zu nutzen und gleichzeitig im Asset Management Milliarden einzusammeln – allein 51 Milliarden Euro Nettozuflüsse zuletzt –, geht voll auf.
Der Konzern vollzieht einen strategischen Spagat: Er nutzt Rekordgewinne nicht zum Ausruhen, sondern zur Finanzierung eines radikalen technologischen Wandels. Für die Belegschaft ist das bitter, für Anleger jedoch ein klares Signal, dass die Allianz ihre Profitabilität auch in Zukunft kompromisslos verteidigen will.
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