Die Allianz SE hat ihr laufendes Aktienrückkaufprogramm in der vergangenen Woche unvermindert fortgesetzt. Zwischen dem 20. und 24. Juli erwarb der Versicherungskonzern insgesamt 261.863 eigene Aktien zu Durchschnittskursen zwischen 422,66 und 427,83 Euro. Die Papiere wurden über die Börse Xetra sowie drei multilaterale Handelssysteme gekauft, wie das Unternehmen in einer Kapitalmarktmitteilung bekanntgab.
Damit summiert sich der Bestand der seit dem 13. März zurückgekauften Aktien auf 4.480.671 Stück. Das Rückkaufprogramm war am 12. März angekündigt worden und läuft seither in wöchentlichen Tranchen. Der Umfang der jüngsten Käufe liegt in etwa auf dem Niveau der Vorwochen und unterstreicht, dass der Konzern das Tempo bislang konstant hält.
Kurs nähert sich neuem Rekordniveau
Die Rückkäufe finden in einem Marktumfeld statt, in dem die Allianz-Aktie ohnehin im Fokus steht. Das Papier notiert aktuell bei 432,00 Euro und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 433,30 Euro, das am 28. Juli erreicht wurde. Der Abstand zum Rekordstand beträgt lediglich 0,30 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 10,63 Prozent zugelegt – ein Anstieg, der die Rückkäufe der vergangenen Wochen zu vergleichsweise höheren Kursen als in früheren Phasen des Programms erklärt.
Dass der Versicherungskonzern trotz der spürbar gestiegenen Bewertung weiter am Rückkaufprogramm festhält, signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Kapitalstärke. Aktienrückkäufe reduzieren die Zahl der ausstehenden Papiere und stützen tendenziell den Gewinn je Aktie, was das Programm für Anleger auch bei hohen Kursniveaus attraktiv hält.
Ausschüttungspolitik weiterhin im Anlegerfokus
Neben dem Rückkaufprogramm rückt die Allianz auch wegen ihrer Ausschüttungspolitik in den Blick von Einkommensanlegern. In einem Beitrag zu dividendenstarken Titeln wurde die Allianz gemeinsam mit RE Royalties und der Deutschen Telekom als Beispiel für verlässliche Ausschüttungen genannt, ohne dass konkrete Kennzahlen dazu vorlagen. Das Interesse an der Aktie speist sich damit sowohl aus der Aussicht auf Kapitalrückführungen über Rückkäufe als auch aus dem Ruf als Dividendenwert.
Parallel dazu wird in der Branche über mögliche Risiken durch schwere Brände in Europa diskutiert, die auch die Allianz und den Mitbewerber Munich Re betreffen könnten. Nähere Details zu konkreten Schadensummen oder einer Einschätzung der Allianz selbst liegen dazu bislang nicht vor.
Vergleich zur Rückkaufpraxis anderer Institute
Die Allianz steht mit ihrem Rückkauftempo nicht allein da. Auch die niederländische ING hat in der vergangenen Woche eigene Aktien erworben, allerdings mit gedrosseltem Tempo: 865.193 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 28,83 Euro, nach 1,2 Millionen Aktien in der Vorwoche. Insgesamt hat ING seit dem Start ihres Programms Ende April rund 45 Prozent des auf eine Milliarde Euro angelegten Volumens umgesetzt.
Für die Allianz-Aktionäre bleibt das eigene Rückkaufprogramm der bestimmende Faktor der laufenden Berichtswoche. Die konstante Fortsetzung der Käufe trotz eines Kurses nahe dem Jahreshoch deutet darauf hin, dass der Konzern das Programm unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen plangemäß durchzieht. Wie lange das Rückkaufvolumen in diesem Tempo fortgeführt wird, hängt von der weiteren Ausgestaltung des im März angekündigten Programms ab.
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