Die Allianz kauft sich die letzten fremden Anteile an ihrer wichtigsten Fondstochter zurück. Für rund 1,4 Milliarden Euro übernimmt der Münchner Versicherer die verbliebenen Unternehmensanteile ehemaliger Pimco-Mitarbeiter. Danach hält der Konzern mindestens 95 Prozent an einem der bekanntesten Anleihespezialisten der Welt.
Ein altes Beteiligungsprogramm läuft aus
Vor 18 Jahren hatte die Allianz ein Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm für Pimco aufgelegt. Manager der Fondstochter erhielten dadurch Anteile von insgesamt 9,4 Prozent. Das Programm lief 2020 aus, jetzt kündigt die Allianz es endgültig.
Aktive Mitarbeiter dürfen ihre sogenannten „M Units“ behalten, solange sie bei Pimco arbeiten. Anders sieht es bei ehemaligen Mitarbeitern aus: Ihre 4,4 Prozent kauft die Allianz zu einem festen Preis ab. Der Preis richtet sich nach dem Eigenkapitalwert von Pimco.
Macht zum aktuellen Dollar-Kurs 1,4 Milliarden Euro. Damit bewertet die Transaktion Pimco rechnerisch mit umgerechnet 31,8 Milliarden Euro. Ein Sprecher des Konzerns nannte den Rückkauf konsequent: Die Allianz will ihr Vermögensverwaltungsgeschäft stärker ausbauen.
Analysten loben den Preis
Die Jefferies-Analysten sprachen von einer „freudigen Überraschung“. Sie sehen in den M Units die letzte verbliebene Fremdbeteiligung an einem Geschäft, das eigentlich komplett der Allianz gehört.
Besonders der Preis überzeugt die Analysten. Jefferies taxiert Pimco auf einen Gesamtwert von 35,6 Milliarden Euro. Die Allianz kauft die Anteile also unter diesem Marktwert.
Auch RBC bewertet den Schritt positiv. Die Kanadier nennen die Transaktion strategisch sinnvoll und den Kaufpreis fair. Ihr Rating für die Allianz-Aktie bleibt bei „Sector Perform“, das Kursziel liegt bei 440 Euro.
Kurs bleibt stabil
Die Börse reagierte kaum auf die Nachricht. Am Freitag schloss die Aktie bei 431,50 Euro, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 435,10 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits 10,5 Prozent zugelegt.
Pimco und Allianz Global Investors bilden die beiden großen Vermögensverwaltungsmarken des Konzerns. Mit dem Rückkauf beseitigt die Allianz die letzte externe Beteiligungsstruktur bei ihrer Fondstochter. Der Konzern kontrolliert die Erträge des Bond-Spezialisten künftig vollständig und behält als Großaktionär den Anspruch auf die jährliche Pimco-Dividende.
Am 7. August legt die Allianz ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Investoren dürften dann genau hinschauen, ob sich die Pimco-Transaktion bereits in den Ergebniszahlen des Asset-Management-Segments niederschlägt.
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