Die Allianz sieht sich mit einer Häufung an Schadenmeldungen konfrontiert. Allianz Suisse registrierte nach der jüngsten Unwetterserie über 11.000 Schadenmeldungen an Fahrzeugen – Tendenz weiter steigend. Der Rückversicherungsmakler Gallagher Re rechnet für die Hagel- und Unwetterserie in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien mit versicherten Gesamtschäden von bis zu 2,5 Milliarden Euro.
Parallel dazu meldet die Kredit- und Kautionsversicherungstochter Allianz Trade steigende Großinsolvenzen. Jede dritte Firmenpleite entfällt demnach auf die Automobilbranche – ein Befund, der die Schwäche des Sektors unterstreicht, in dem Allianz Trade selbst als Versicherer von Lieferketten und Handelskrediten exponiert ist.
Rückversicherer ringen um Preisdisziplin
Die Häufung von Wetterschäden war auch Thema beim Rückversicherer-Branchentreffen in Monaco am Wochenende. Dort versuchten Rückversicherer, dem Preisverfall im Schaden- und Unfallgeschäft entgegenzuwirken.
Hannover Rück, Munich Re und Swiss Re warnten vor wachsenden Schäden durch Hagel und Hitzeperioden – ein Marktumfeld, das auch für die Allianz als Erstversicherer mit umfangreichem Sachversicherungsgeschäft relevant ist, auch wenn sie selbst kein Rückversicherer ist.
Für Anleger stellt sich die Frage, ob diese Schadenlast die zuletzt robuste operative Entwicklung gefährdet. Die Zahlen aus dem zweiten Quartal sprechen dagegen: Die Schaden-Kosten-Quote lag im ersten Halbjahr bei 91,4 Prozent und damit besser als die für das Gesamtjahr avisierte Spanne von 92 bis 93 Prozent. Das operative Ergebnis kletterte im ersten Halbjahr auf 4,9 Milliarden Euro, ein Plus von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Konzern bestätigte zuletzt seine Jahresprognose von 17,4 Milliarden Euro operativem Ergebnis mit einer Schwankungsbreite von einer Milliarde Euro.
Kurs pendelt unter dem Rekordhoch
Die Aktie notiert aktuell bei 442,30 Euro und gibt am heutigen Handelstag 1,2 Prozent nach, nachdem sie am Vortag noch bei 447,50 Euro geschlossen hatte. Über die vergangene Woche steht ein Rückgang von 1,8 Prozent zu Buche.
Zum 52-Wochen-Hoch von 454,50 Euro, erreicht am 3. September, fehlen dem Papier noch 2,7 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 13 Prozent zu Buche – die Häufung negativer Schadenmeldungen der vergangenen Tage hat den längerfristigen Aufwärtstrend bislang nicht gebrochen.
Ob sich die Unwetterserie tatsächlich spürbar in der Jahresbilanz niederschlägt, dürfte sich erst mit der Quartalsmitteilung zum dritten Quartal zeigen, die für den 12. November angesetzt ist. Zuvor lädt der Konzern Ende September zu Investorenveranstaltungen in München und London, bei denen das Management voraussichtlich auch zur aktuellen Schadenentwicklung Stellung nehmen dürfte.
Die Solvenzquote von 225 Prozent zum Halbjahr, gegenüber 218 Prozent zum Jahresende 2025, verschafft dem Konzern dabei einen komfortablen Kapitalpuffer, um auch eine Häufung von Wetterschäden abzufedern, ohne das laufende Aktienrückkaufprogramm zu gefährden. Von den vorgesehenen 2,5 Milliarden Euro hatte Allianz bereits Aktien im Wert von 1,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr zurückgekauft.
Allianz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Allianz-Analyse vom 8. September liefert die Antwort:
Die neusten Allianz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Allianz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Allianz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
