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Alibaba: Jiaxing-Park-REIT an Shenzhen-Börse

Alibaba treibt die Auslagerung von Logistikimmobilien voran, integriert KI in Fahrzeuge und erwägt einen Börsengang seiner Chip-Sparte T-Head.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Logistik-REIT an Shenzhener Börse geplant
  • Qwen-KI kommt in BYD, Geely und Li Auto
  • Chip-Sparte T-Head erwägt Börsengang
  • Aktie notiert 30 Prozent unter Jahreshoch

Alibaba hat gerade drei Baustellen gleichzeitig geöffnet. Der Konzern trennt Logistikimmobilien ab, bringt seine KI in Millionen Autos und bereitet offenbar einen Börsengang seiner Chip-Sparte vor. Das Bild, das dabei entsteht, ist das eines Konzerns im gezielten Umbau.

Logistik-Assets werden ausgelagert

Die Hongkonger Börse hat grünes Licht gegeben. Alibaba plant, seine Logistik- und Lagerimmobilien im Jiaxing Park als Infrastruktur-REIT an der Shenzhen Stock Exchange zu listen. Die Struktur läuft über ein Asset-Backed-Securities-Vehikel, das von der China International Capital Corporation verwaltet wird.

Die Genehmigung der HKEX datiert auf den 13. März 2026. Die vollständigen Details zur Ausnahmeregelung von bestimmten Listing-Regeln veröffentlichte Alibaba am 27. April in einem Form-6-K-Filing. In den USA soll das Angebot nicht registriert werden.

Das Ziel: Kapital aus dem umfangreichen Logistikportfolio freisetzen, ohne das Kerngeschäft anzutasten.

Qwen kommt ins Cockpit

Parallel dazu hat Alibaba auf der Pekinger Automobilmesse Partnerschaften mit BYD, Geely und Li Auto besiegelt. Alle drei werden das hauseigene KI-Modell Qwen in ihre Fahrzeuge integrieren. Auch SAIC Volkswagen ist dabei — das Joint Venture zwischen SAIC und Volkswagen.

Die Qwen-Integration läuft auf NVIDIA-Chips. Fahrer können per Sprachbefehl Essen bestellen, Hotels buchen oder Pakete verfolgen. Kein Smartphone nötig.

Hinter dem Automotive-Vorstoß steckt eine breitere Strategie. Alibaba betreibt bereits einen 10.000-Karten-Rechencluster in Guangdong — bestückt mit selbst entwickelten Zhenwu-Chips aus der T-Head-Halbleitereinheit. Die Cloud-Sparte wuchs zuletzt um 36,4 Prozent, getrieben von dreistelligen Zuwachsraten im KI-Geschäft.

Aktie unter Druck, Bewertung im Blick

Die Aktie schloss gestern bei 112,80 Euro — rund 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 161,60 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Papier 15 Prozent im Minus, auch wenn die vergangenen 30 Tage mit einem Plus von rund 6 Prozent etwas Boden gutgemacht haben.

Analysten sehen das Unternehmen trotzdem konstruktiv. Das Forward-KGV für das Geschäftsjahr 2027 liegt je nach Schätzung zwischen rund 19 und 24 — für einen Konzern mit dieser Wachstumsdynamik im KI-Bereich keine übertriebene Bewertung.

Der nächste potenzielle Kurstreiber könnte aus der Chip-Sparte kommen. Berichten zufolge prüft Alibaba einen Börsengang der T-Head-Einheit. Ein solcher Schritt würde Hardware und Software strukturell trennen — und die wachsende Nachfrage nach chinesischen KI-Beschleunigern direkt kapitalisieren.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.